Purcell ohne Prunk
Purcells «Fairy Queen» in neunzig Minuten? Ein Ende des 17. Jahrhunderts uraufgeführtes Prunkstück für Londons höfische Gesellschaft frei nach Shakespeares «Sommernachtstraum» mit jungen Chorsängern und Solisten, die gerade ihre ersten Schritte auf der Bühne machen? Kann das gut gehen? Es kann. Wer da an eine Schnapsidee oder Hochleistungssport für den Nachwuchs dachte, wurde im Rahmen des dritten Umculo/Cape Festivals in Südafrika eines Besseren belehrt.
Das Team um den Dirigenten Gerben Grooten und Regisseur Robert Lehmeier hatte das Stück behutsam bearbeitet und die Mitwirkenden auf Vorstellungen in Johannesburg und Kapstadt gut vorbereitet.
Das Motto des 2010 initiierten Festivals umreißt einen Ansatz, der über den üblichen Rahmen von Musiktheater-Workshops hinauszielt: «Changing Lives Through Music». Die Idee: klassische Musik mit Talenten aus sozial benachteiligten Schichten und unterprivilegierten Regionen zu produzieren und an alternativen Spielorten zu präsentieren. Die Hoffnung: Aktive Beschäftigung mit klassischer Musik kann ungeahnte Perspektiven öffnen – auf eine Zukunft, die nicht durch Armut und Gewalt, Unrecht und Korruption geprägt ist. So wie die Townships, aus ...
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Opernwelt Mai 2012
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Antonia Beermann/Adrian Herrmann
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Er war der fruchtbarste und erfolgreichste Autor des Wiener Volkstheaters in der Biedermeierzeit (und danach) – und für seinen Bewunderer Karl Kraus zugleich der bedeutendste satirische Dramatiker des 19. Jahrhunderts. Doch Johann Nepomuk Nestroy, der 1801 in Wien geboren wurde und vor 150 Jahren in Graz starb, hatte zunächst ganz andere Ambitionen. Nach dem Willen...
In seiner vorletzten, 1897 in Prag uraufgeführten Oper «Sárka» greift Zdenek Fibich (1850-1900) zu einem Stoff aus der tschechischen Legende, den schon Smetana in seinem sinfonischen Zyklus «Mein Vaterland» gestaltet hatte. Nach dem Tod der sagenhaften Reichsgründerin Libussa übernehmen die Männer unter Führung von Premyslaus die Macht. Als sich die um Vlasta und...
