Prächtige Stimmung
Im Jahr 1836 dirigierte Richard Wagner in Magdeburg die Uraufführung seiner zweiten Oper: «Das Liebesverbot». Es muss eine chaotische Aufführung gewesen sein: Zu wenig Proben, überforderte Sänger, private Konflikte innerhalb des Ensembles: Nun, genau 180 Jahre später, fand in Straßburg die französische Erstaufführung des Frühwerks statt – sorgfältig vorbereitet, mit souveränen Sängern und in einer subtil-gewitzten Inszenierung.
Kurz: Die Opéra national du Rhin unter Leitung von Marc Clémeur zeigt wieder einmal, wie man den Spielplan um gezielt ausgewählte Raritäten bereichert – und die richtigen Künstler dafür auswählt.
Mariame Clément hat noch nie Wagner inszeniert. Aber sie kennt sich aus mit barocker Oper. Sie weiß, wie man hohles Pathos ironisch anrempelt, übermenschliche Herrscher auf den Boden ihrer Eitelkeiten holt und musikalische Pointen in Körpersprache übersetzt. Dem «Liebesverbot» bekommt das ausgezeichnet. In einem Café, das aus den Zwanzigerjahren stammen und fast überall in Europa stehen könnte (Bühne: Julia Hansen), feiert eine ausgelassene Gesellschaft «Happy Birthday». Die Hochzeitsmusik aus «Lohengrin» weht herein; ein wilder Lockenkopf, halb Kreuzritter, halb ...
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Opernwelt Juli 2016
Rubrik: Panorama, Seite 42
von Stephan Mösch
Gut aussehend soll er gewesen sein. Mit großen, feucht schimmernden Augen zeigt ihn ein Ölgemälde von Élisabeth Vigée-Lebrun; angeblich hat sie ihn gut getroffen (Foto). Zarin Katharina die Große, der er von 1776 bis 1783 diente, war in Giovanni Paisiello geradezu vernarrt, überhäufte ihn mit Geschenken, legte ihm sogar einmal – er wirkte am Cembalo ein wenig matt...
Herr Ruhe, an vielen Häusern ist das Opernstudio eher ein Pool für Billigkräfte oder pädagogisches Beiwerk. Ihr Büro befindet sich auf einer Etage mit Intendanz, Dramaturgie und Künstlerischem Betriebsbüro. Ist der Sänger-Nachwuchs hier Chefsache?
Wir stehen tatsächlich im Zentrum des Hauses. Dafür kämpfe ich. Das KBB ist eng in die Ausbildung involviert und kommt...
Alle wollten ihre Stoffe, ihre Schnitte, ihre Farben. Peter Stein, dessen Berliner Schaubühnen-Ensemble sie über mehr als zwei Jahrzehnte in Kleider steckte, die wahre Leute machten. Klaus Michael Grüber und Robert Wilson, George Tabori und Patrice Chéreau, der Moidele Bickel u. a. für seinen Salzburger «Don Giovanni» (1994) und sein Filmepos «Die...
