Pontifex maximus
Geschlossene Gesellschaft, ein Zirkel nur für Eingeweihte. Nichts jedenfalls für Dilettanten und den Plebs. Auch weil diese Versuchsanordnung im Gonzaga-Palast weniger Kulinarik als intellektuelle Befriedigung versprach. Ein neues Genre galt es schließlich in Mantua zu beobachten und zu feiern, das sich am 24. Februar 1607 im «L’Orfeo» materialisierte und manifestierte. Vor diesem Hintergrund ist die Nachschöpfung hochauthentisch, «historisch informiert», wenn man so will: das Orchester auf der Bühne, gerahmt von einem Laufsteg für die kostümierten Solisten.
Und mittendrin ein Hocker für den Prinzipal – Monteverdis Theatralik, so dieser überwältigende Beweis, braucht keine Maschinen, keinen Zierrat.
«Halbkonzertant», diese Einordnung gilt daher nur bei oberflächlicher Betrachtung, wo der singende, spielende, interagierende Mensch zur Hauptsache wird. Ob «L’Orfeo», «Il ritorno d’Ulisse in patria» oder «L’incoronazione di Poppea»: Stets bewahrte John Eliot Gardiner dieses Grundkonzept für seine weltweit akklamierte Monteverdi-Tournee. Gestartet wurde in Aix-en-Provence, weitere Stationen waren unter anderem Venedig, Luzern, Berlin, New York und Salzburg. Es war Gardiners größtes ...
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Opernwelt Jahrbuch 2018
Rubrik: Bilanz, Seite 114
von Markus Thiel
Als er vor sieben Jahren zum ersten Mal «Sänger des Jahres» wurde, gehörte er noch zum Ensemble der Frankfurter Oper. Es war die Zeit seiner Debüts an der Mailänder Scala und der Berliner Staatsoper, bei den Salzburger Festspielen und in Glyndebourne. Dort gastierte Johannes Martin Kränzle seinerzeit mit jener Partie, die ihn 2014 an die Met, 2017 nach Covent...
Herr Loebe, Sie sind seit 16 Jahren Intendant in Frankfurt. Was macht das Fundament eines guten Opernhauses aus?
Wichtig ist, dass die Kollektive – Orchester und Chor, aber auch Bühnentechnik, die verschiedenen Abteilungen – wie selbstverständlich auf einem hohen Niveau arbeiten, auf dem man immer noch etwas herauskitzeln kann. Wir haben in Frankfurt die Situation,...
Das Vorbild Stuttgart leuchtete hindurch: Was am dortigen Opernhaus zur Jahrtausendwende für erhebliches Aufsehen gesorgt hatte, funktionierte nun auch am Badischen Staatstheater Karlsruhe: Vier Regieteams schmiedeten Richard Wagners «Ring», und viermal glänzte dieser auf ganz unterschiedliche Weise. Am schillerndsten geriet der letzte Teil der Tetralogie, die «Gö...
