Peking Musical
629 Jahre nach Christus bricht der junge Mönch Tripitaka von China in den Westen auf, nach Kaschmir, um buddhistische Schriften zu studieren. Tripitakas meisterliche Übersetzungen indischer Lehre entwickeln sich später zu einer wichtigen Säule des chinesischen Buddhismus. Aus diesem historischen Kern entsteht Ende des 16. Jahrhunderts der burleske Roman «Xi You Ji» oder «Journey to the West», in dem anstelle des heiligen Mönchs ein Affe, Sinnbild westlicher Welt, die Hauptrolle übernimmt.
«Xi You Ji» ist damit zuallererst ein ureigener, alter chinesischer Stoff, den jedes Kind im äußersten Orient kennt, nicht zuletzt weil das Epos bis heute im Theater, Kino oder als Comic zu sehen ist.
Dies sollte einem westeuropäischen Zuschauer bewusst sein, um die Oper «Monkey, Journey to the West» wegen ihrer vielfältigen Parallelen zu «Parsifal», «Jesus Christ Superstar», «Don Quichote» oder zu Figuren der Commedia dell’Arte nicht als chinesisches Stilpastiche nach europäischem Muster abzuhaken. Angeregt von ähnlich populären Klassikern und inhaltlich verwandten Stoffen wie der «Star Wars»-Trilogie und Tolkiens «Herr der Ringe» will der chinesische Regisseur Chen Shi-Zeng den Roman «Xi You ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Noch bis vor kurzem galten die Bilder aus dem alten Russland oder wenigstens die Anmutungen einer brüchig tradierten Bürgerwelt als Garanten dafür, dass Tschaikowskys Lyrische Szenen zu Puschkins Versroman «Eugen Onegin» ihre Theaterpoesie entfalteten: Peter Stein hatte zuletzt in Lyon viel kunsthandwerkliche Präzision im bürgerlichen Realismus aufgeboten, Andrea...
Ich bin sicher», so Hector Berlioz 1861 nach Abschluss der Komposition seiner monumentalen Oper «Les Troyens», «dass ich ein großes Werk geschaffen habe, größer und erhabener als alles, was bis heute geschrieben wurde.» Die Mit- und Nachwelt war anderer Meinung, und so vergingen nach dem Tod von Berlioz genau hundert Jahre, bis «Die Trojaner» endlich ungekürzt zur...
Unter den vielen Barockopern, die seit etwa dreißig Jahren auch klingend wieder entdeckt werden (Wissenschaftlern und Archivaren waren sie seit je bekannt), gehört Antonio Mazzonis «Il re pastore» zu den wirklich hörenswerten. Juan Bautista Otero hat sie mit der lebendig, pikant und blitzsauber musizierenden Real Compañía Ópera de Cámara 2006 unter dem Titel...
