Parallelwelten
Wenn der Vater mit dem Sohne, hieß ein tränenseliger Spielfilm aus dem Jahr 1955 mit Heinz Rühmann und Oliver Grimm. An einen Streifen mag man auch bei der Konstellation Mutter und Sohn denken, die Renate und Daniel Behles Recital Generation bietet – nämlich einen Moment lang an Loriots ersten Spielfilm Ödipussi. Doch verscheucht man diese Gedanken sofort, da die Behles bis auf die im Zentrum des Recitals angesiedelte, von Johannes Brahms vertonte schottische Ballade Edward getrennte Wege gehen. Ansonsten ist es also eher eine Parallelveranstaltung.
Der Beginn gehört der jüngeren Generation: Daniel Behle widmet sich vor allem Liedern von Brahms, aber auch Mendelssohn sowie Beethovens An die ferne Geliebte und Schumanns Ballade Belsatzar nach Heine. Dabei besticht er durch kluge Textgestaltung und Wortdeutlichkeit. Seine etwas gaumig klingende Stimme bleibt Geschmackssache; auch über die Behauptung, dass sie an jene Fritz Wunderlichs erinnere, mag man diskutieren. Renate Behle widmet sich Wolfs Mignon sowie Liszt und dreien von Wagners Wesendonck-Liedern. Sie singt mit sympathischem Einsatz, doch die jahrelange, fordernde Tätigkeit im hochdramatischen Fach scheint die Stimme Glanz ...
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Opernwelt Januar 2013
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 22
von Gerhard Persché
Mr. Britten (gestatten Sie mir diese prosaische Anrede), noch kurz vor Ihrem Tod im Dezember 1976 hat man Sie zum Baron erhoben. Wie fanden Sie das?
Ich bin noch heute ein unverbesserlicher Sozialist. Der Titel hat meinen Ansichten über den ungerechten Zustand unserer Welt keinen Abbruch getan. Ansonsten hat es mich geärgert, dass mich Prinz Philip schon zehn...
«De Wöd steht auf kaan Fall mehr lang», singt der Schuster Knieriem in Der böse Geist Lumpazivagabundus, und auch dem Leser nördlich des Weißwurstäquators dürfte klar sein, dass es sich dabei um eine apokalyptische Weissagung handelt. Johann Nestroy hat dies bereits 1833 verkündet, doch nun, 179 Jahre später, am 21. Dezember 2012, hätte es endlich so weit sein...
Und Polen, das ist doch so weit», wundern sich die Goldacher Bürger. Das Publikum im Gerhart Hauptmann Theater grunzt belustigt, schließlich ist halb Görlitz polnisch. Bei der Wahl von Alexander Zemlinskys «musikalischer Komödie» Kleider machen Leute (1922) nach Gottfried Kellers Novelle hat Intendant und Regisseur Klaus Aarauner ein Stück mit Lokalbezug gefunden,...
