Panischer Stillstand

Mit Michael Schindhelm hat die Berliner Opernstiftung endlich einen Generaldirektor berufen, doch die Effizienz der Konstruktion ist völlig offen. Eine Bestandsaufnahme.

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Eine prominente Auszeichnung in Deutschlands Medienwelt hatte Berlin in den letzten Jahren sicher: Bei der jähr­lichen Kritikerumfrage der «Opernwelt» bekam die Hauptstadt der Republik regelmäßig den Titel «Ärgernis des Jahres», die rote Laterne der Branche, zugesprochen. Mit dem, was auf den Bühnen passierte, hatte das meist nur wenig zu tun, umso mehr jedoch mit der scheinbar endlosen Soap Opera, die hinter den Kulissen stattfand. Denn so viel Streit, ­Intrigen, Rücktritte und Skandale wie in und um Berlins Opern hat es in den letzten Jahren kaum irgendwo gegeben.

  Seit der Wiedervereinigung machte die neue Opernhauptstadt nur selten durch maßstäbliche Produktionen und aufregende Inszenierungen von sich reden, dafür aber verging kein Jahr, in dem nicht irgendein neues Horrorszenario mit Schließung oder Fusion drohte, sich plötzlich eine klaffende Finanzierungslücke auftat oder ein Generalmusikdirektor das Handtuch warf. Die Berliner Kultursenatoren blieben im Durchschnitt nicht mal so lange im Amt wie Fußballtrainer. Einer tatsächlich staunenswerten Vielfalt des Opernangebots stand (und steht) eine ruinöse Haushaltslage der Stadt gegenüber. Die Aufmerksamkeit von Presse und ...

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Opernwelt Februar 2005
Rubrik: Special: Opernstiftung Berlin, Seite 50
von Jörg Königsdorf

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