Opernfrauen als Blickfang

Volker Gebhardt verpasst die Chance eines großen Themas

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Zwei historische Schwarz-Weiß-Fotografien sind es, die in diesem Bilderbuch der Oper Eindruck machen: Anja Silja in Cherubinis «Médée» (Frankfurt 1971), mit klarer, gebieterischer Gestik und Mimik, ganz die Kraft des Augenblicks in sich bündelnd, und Maria Callas in Donizettis «Poliuto» (Mailänder Scala 1960), mit geschlossenen Augen, leicht geöffnetem singenden Mund, die Hände wie selbstvergessen vor dem schmalen Oberkörper gehalten.


Da viele Opernliebhaber auch Augenmenschen sind, ist es angemessen, ein populär aufgemachtes Buch wie Volker Gebhardts «Frauen in der Oper – große Stimmen, große Rollen» mit zum Teil ganzseitigen Bühnenfotos zu illustrieren; keine Theaterbiografie kommt ohne sie aus. Man denke etwa an Jürgen Kestings Callas-Buch oder Sigrid Neefs Würdigung der Regisseurin Ruth Berghaus: In beiden Büchern ergeben Bilder und Texte eine aussagekräftige Verbindung, in der sie sich nicht nur gegenseitig ergänzen, sondern gemeinsam eine Dimension erreichen, die zu einem tieferen Verstehen des Inhalts führt. In Gebhardts Buch dagegen fehlt solch ein innerer Zusammenhang, und der Verdacht drängt sich auf, dass die Fotografien nach rein illustrativen Gesichtspunkten ausgewählt ...

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Opernwelt Juli 2005
Rubrik: magazin, Seite 29
von Anja-Rosa Thöming

Vergriffen
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