Opas Oper
Mit Spannung war das Regiedebüt des Tenors José Cura erwartet worden. Und der erste Akt beginnt auch durchaus vielversprechend: Graf Riccardo zeigt sich als moderner Autokrat, der seine Mitarbeiter am großen Konferenztisch antreten lässt und unter einem riesigen Porträt seiner selbst (in jungen Jahren) den Regierungsgeschäften nachgeht. Er hat es trotz seiner dunklen Hautfarbe in einer Gesellschaft weißer Eliten zu etwas gebracht und ist bei jedem Anzeichen von Rassismus entsprechend alarmiert.
Aus diesem Grund hebt er das Urteil gegen die schwarze Wahrsagerin Ulrica auf, lässt den Richter verhaften und später, wie sich zeigt, sogar töten. So weit die Exposition.
Das zweite Bild lebt von dem wahrhaft unheimlichen Charakterporträt, das Dalia Schaechter von der blinden Seherin Ulrica zeichnet. Jenseits dessen erhebt aber schon hier Opas Oper ihr graues Haupt: Zwar behaupten ein paar verbeulte Fässer Slum-Atmosphäre, während eine bühnenhoch ragende Gitterkonstruktion technoide Kälte ahnen lässt. Doch wird das alles ins mild-romantische Licht zahlloser kleiner Lämpchen getaucht; der Chor bildet malerische Gruppen, zerlumpte Fischer flicken (im Dunkeln!) ihre Netze. So geht das fort: ...
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