Nur im Doppelpack
Jede Universität, die etwas auf sich hält, hat heute einen «Dual Career Service». Was um die Jahrtausendwende in den USA aufkam, setzt sich nun auch auf dem alten Kontinent durch. In der Tat ist das Problem offensichtlich: Wenn in einer hochspezialisierten Berufswelt jemand Arbeit an einem Ort findet, ist es weder nachhaltig noch menschenfreundlich, wenn der Partner oder die Partnerin sich nicht am selben Ort entfalten kann. Aus guten Gründen hat der besondere Schutz der Familie in vielen Ländern Verfassungsrang.
In Opernhäusern gibt es – bislang – keine «Dual Career Services».
Seit Jahrhunderten prägen jedoch die mehr oder weniger dreisten Forderungen von Paaren, die im selben Sektor arbeiten, die Operngeschichte. 1731 engagierte der Dresdner Hof nicht nur den Starkomponisten Hasse, sondern auch dessen Ehefrau, die Primadonna Bordoni. In den 1840er-Jahren musste das Publikum vergeblich auf «Le prophète» warten, weil Meyerbeer sich nicht auf die Bedingungen des Direktors der Pariser Opéra einlassen wollte: Léon Pillet bestand darauf, dass Rosine Stoltz, seine Geliebte, die Hauptrolle bekam. Meyerbeer wartete lieber, bis ein neuer Direktor kam. In neueren Zeiten sind Joan ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Februar 2018
Rubrik: Einspruch aus dem Elfenbeinturm, Seite 76
von Anselm Gerhard
alpha
04.02. – 20.15 Uhr
Jansons dirigiert Strauss mit Daniil Trifonov
04.02. – 21.00 Uhr
Anne-Sophie Mutter und Maximilian Hornung spielen Brahms
11.02. – 20.15 Uhr
Lorin Maazel dirigiert Berlioz, Weber und Bartók
18.02. – 20.15 Uhr
Lorin Maazel dirigiert Mahler Symphonie Nr. 5
25.02. – 20.15 Uhr
Lorenzo Viotti dirigiert das Beethoven–Violinkonzert mit Sergey...
Tja, so ist das, wenn Hände sprechen können. Es ist anders, anders intensiv. Es bedarf nicht der Berührung der Körper, keiner direkten sinnlichen Annäherung. Hände vermögen Gefühle, Gesten, Gedanken in einer Weise auszudrücken, die uns heute anachronistisch erscheinen mag, zur Zeit der Barockoper indes gang und gäbe war. Wie beispielsweise auch in Georg Philipp...
Herr Larsen, als ich Sie das erste Mal gesehen habe, waren Sie nackt ...
Das ist nicht weiter verwunderlich, denn seit 2004 singe ich als Osmin in Calixto Bieitos Inszenierung der «Entführung aus dem Serail» meine erste Arie unter der Dusche. Und dabei bin ich logischerweise nicht angezogen.
Zweifellos ist die Produktion auch dieses Auftritts wegen Kult geworden....
