Nichts, wie es war - alles, wie es war
Nach diesen Juli-Tagen in London wird nichts mehr so sein, wie es war. Eine extreme erste Woche, wie diese Stadt sie in Friedenszeiten wohl noch nie erlebte, prall gefüllt von Leidenschaft, Euphorie und Trauer. Zunächst am ersten Wochenende des Monats das von Bob Geldof organisierte Open-Air-Konzert im Hyde Park, dessen Titel-Wortspiel «Live-8» die angestrebte Hilfe für Afrika («Live-Aid») mit dem G-8-Gipfel weiter nördlich im schottischen Gleneagles verband.
Die Pop-Weltmacht Britannien ließ ihre Muskeln spielen.
Barden wie Pete Doherty, Elton John, Annie Lennox, Sir Paul McCartney, Joss Stone, Sting, Robbie Williams, in alphabetischer Reihe, sorgten für deliröse Zustände unter den Fans wie die Dubliners von U2 und die amerikanischen Gäste, darunter Madonna, Mariah Carey und die «Scissors Sisters» sowie Michael Stipe von REM. Auch Uralt-Ikonen wie «The Who» und die seit einem Vierteljahrhundert zerstritten gewesenen «Pink Floyd» mit Roger Waters und David Gilmour kehrten quasi aus dem Ausgedinge zurück. Über Zweihunderttausend waren trotz eher mieser Witterung im Hoch.
Vier Tage später, am frühen Nachmittag des Mittwoch, sorgte die Nachricht, London hätte den Zuschlag für die ...
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Viel Euphorie beim Mittagessen. Zürichs Opernintendant Alexander Pereira sprach voller Freude und fast schon bewegt von der Übereinkunft, die er mit Franz Welser-Möst erzielt hat. Zunächst Chefdirigent, dann, als er zum Music Director des Cleveland Orchestra avancierte, nur noch «Principal Conductor», will der unterdessen Fünfundvierzigjährige österreichische...
Auch wenn Hans Günter Nöcker eigentlich ein pragmatischer, eher unsentimentaler Mensch ist, dieser Toast auf der Bühne der Bayerischen Staatsoper zu seinem 75. Geburtstag am 22. Januar 2002 rührte den Herrn Kammersänger zu Tränen, hatten doch alle Anwesenden spontan in das «Happy Birthday» von Chor und Solisten auf der Bühne des Nationaltheaters nach dem Ende der...
Von den Protesten, die der Bayreuther «Ring»-Produktion 1976 entgegenschlugen, können sich viele, die nicht dabei waren, heute kaum noch eine Vorstellung machen. Dass grimmig blickende Menschen mit Transparenten um das Festspielhaus liefen, auf denen, groß und ernst gemeint, ein Alberich-Zitat stand, war dabei noch das Geringste: «Verflucht sei dieser ‹Ring›»....
