Neues von Siegfried
Wenn der lange Zeit vergessene (vielleicht auch verdrängte), dabei außerordentlich produktive Siegfried Wagner als Komponist mehr und mehr wieder wahr- und vor allem ernst genommen wird, ist das vor allem ein Verdienst des Regisseurs Peter P. Pachl, des Dirigenten Frank Strobel und des Labels Marco Polo, das deren fast durchweg auf freier Basis realisierten Produktionen mit einem gewissen geschäftlichen Risiko auf Tonträgern oder DVD vertreibt.
Die beiden aktuellen Veröffentlichungen erbringen einmal mehr den Nachweis, dass Siegfried Wagners Opern ein fester Platz neben den häufiger gespielten Werken von Richard Strauss und Franz Schreker zukommen sollte.
Der Komponist hielt seine dritte Oper «Der Kobold» (1904) für seine gelungenste. Auf jeden Fall ist sie musikalisch so reich und vielgestaltig, dass dem Hörer die mehr als drei Stunden Spieldauer nicht lang werden. Trotz mancher Unschärfen und Abstrusitäten und des oftmals raunenden Tons im selbstverfassten Libretto ist die Verquickung von Märchen und Psychoanalyse einerseits, von volkstümlicher Melodienseligkeit und spätromantischem Orchesterschwall andererseits durchaus faszinierend. Vater Richard ist zwar allgegenwärtig, es ...
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Mit seiner achten Oper «Alzira» hatte Verdi kein Glück. Die Uraufführung am 12. August 1845 im Teatro San Carlo in Neapel war ein Achtungserfolg, die Premiere an der Mailänder Scala im Januar 1847 fiel durch, nach wenigen Jahren verschwand das Stück ganz von den Spielplänen. Selbst der Komponist soll sich später von seinem Werk distanziert und es einer Bekannten...
Im Januar 2009 ging Daniel Barenboim wieder einmal auf Jubiläumstour. Diesmal mit dem West-Eastern Divan Orchestra, das er zehn Jahre zuvor mit dem aus Palästina stammenden amerikanischen Intellektuellen Edward Said in Weimar gegründet hatte. Neben Auftritten in Moskau, Wien und Mailand waren – zum ersten Mal – Konzerte in Doha und Kairo geplant. Dann führte die...
«Farbenfroh, frisch und humorvoll» – diese Charakterisierung klingt ein bisschen nach Werbetext. Ist es in gewisser Weise auch, denn das Zitat stammt aus dem Booklet und bezieht sich auf die Inszenierung des Briten Nigel Lowery, der für eine Koproduktion von Berliner Staatsoper und Innsbrucker Festwochen Haydns «Orlando Paladino» auf die Bühne gebracht hat. Genauso...
