Musikalische Geistesgegenwart
Mariss Jansons wuchs zwar in der Oper von Riga auf, wo sein Vater dirigierte und seine Mutter die Carmen sang, aber seit er ein Weltstar ist, steigt er nur noch selten irgendwo in den Orchestergraben. Zu lange Probenzeiten, das Herz, fremde Orchester... Wenn es doch klappt, dann meist in Amsterdam. Dort hat die Oper kein eigenes Orchester, und der Maestro kann sein Concertgebouw Orkest mitbringen. Das hat sich schon bei «Lady Macbeth von Mzensk» 2006 künstlerisch ausgezahlt. Ebenso bei «Eugen Onegin» im Jahr 2011.
Jansons wurde dafür im Jahrbuch der «Opernwelt» zum «Dirigenten des Jahres» gewählt. Nun liegt die Produktion auf DVD vor.
Jansons hat seinen Tschaikowsky nicht nur beim Vater gelernt («Tu keinen Zucker rein, wo schon Honig ist; das wird zu süß»), sondern auch beim gestrengen Meister Mrawinski an der St. Petersburger Philharmonie. Der hat Tschaikowsky bekanntlich von spätromantischem Ballast befreit und als Klassizisten wiederentdeckt. Für seine Platten ist der dafür auch im Westen gefeiert worden. Bei «Eugen Onegin» geht Jansons nicht so weit, aber er findet eine wunderbar selbstverständliche Balance zwischen dem Fluss dieser Musik und ihrer aufblitzenden Ekstatik. Es ...
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Opernwelt Juni 2012
Rubrik: Medien CDs/DVDs, Seite 18
von Stephan Mösch
Man hält sie für eine Lügnerin, eine Hochstaplerin, ein hysterisches Weib – und sie ist schließlich so unglücklich! Ich wollte, alle hätten sie gern.» Mit diesen Worten hat Leos Janácek für seine Heldin, die alterslose Emilia Marty alias Elina Makropulos geworben. Die 337-jährige Sängerin durchmisst an ihrem letzten Lebenstag die ganze Spannweite eines Frauenlebens...
Bei Premierendaten Angabe der Namen in folgender Reihenfolge:
Musikalische Leitung, Inszenierung, Bühnenbild u. Kostüme - Solisten
AP = A-Premiere
BP = B-Premiere
Mat. = Matinee
N. = Nachmittagsvorstellung
Deutschland
Aachen
Tel. 0241/478 42 44, 0180/500 34 64
Fax 0241/478 42 01
• Tristan und Isolde: 1., 7., 17. (N.), 24.
• 4. Familienkonzert (Hiemeyer): 3. (Mat.)
• King...
«Verkündigung» war das erste Werk, das der wegen seiner jüdischen Abstammung 1933 aus allen Ämtern entlassene Walter Braunfels nach seiner Verfemung durch die Nazidiktatur komponierte. Jetzt hat Kaiserslautern die vergessene, seit ihrer Uraufführung in Köln 1948 an keinem Theater mehr gespielte Oper aus der Versenkung geholt und dabei ihre Bühnenwirksamkeit auf...
