Musikalische Ehrenrettung
iccolò Piccinni gehört zu den zahlreichen Opernkomponisten aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, die nur noch als Fußnote in der Musikgeschichte, nicht aber mit ihren Werken auf der Bühne weiterleben. Mit seiner «Buona figliuola» hat er 1760 die folgenreiche Sentimentalisierung der Buffa eingeleitet, und seine zwischen 1778 und 1787 für Paris geschriebenen Tragödien haben dem französischen Musiktheater bis weit ins 19. Jahrhundert hinein die Richtung gewiesen.
Im Streit zwischen den «Gluckisten» und «Piccinnisten» jedenfalls war es der melodiösere Italiener, und nicht der strenge Gluck, der den Sieg davontrug – auch wenn die deutsche Musikgeschichtsschreibung das eigentlich bis heute nicht so recht wahrhaben will.
Jetzt hat Mannheim den seit 236 Jahren nicht mehr aufgeführten «Catone in Utica» ausgegraben und mit dieser Vertonung eines der berühmtesten Metastasio-Libretti auf Piccinnis Bedeutung für die spätneapolitanische Opera seria hingewiesen. Das für den Mannheimer Hof komponierte, dort am 4. November 1770 uraufgeführte und nirgendwo sonst nachgespielte Werk beweist, dass der Erfinder des empfindsamen Rührstücks und Mitreformator der französischen Tragédie lyrique auch ...
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