Monteverdis musikalische Grammatik

William Christie arbeitet in Lyon mit dem Nachwuchs

Opernwelt - Logo

Das Opernhaus in Lyon verfügt, wie andere Häuser auch, über eine jener segensreichen Einrichtungen, die angehenden Sängern Gelegenheit geben, das Repertoire zu lernen und in kleinen Rollen erste Schritte auf der Bühne zu tun. Erstmals hat nun Intendant Serge Dorny eine komplette Neuproduktion von der ersten bis zur letzten Partie nur mit Nachwuchs aus dem «Nouveau Studio de l’Opéra de Lyon» besetzt. Ein Wagnis, für das Claudio Monteverdis «L’incoronazione di Poppea» nicht schlecht geeignet ist.

Das Stück stellt sängerisch überwindbare, stilistisch freilich erhebliche Ansprüche an die Ausführenden, und es hält gleich fünfzehn (Haupt-)Partien bereit, die alle je eigene Glanzpunkte haben. Noch die Nebenrollen bieten Stoff genug, aus dem sich Funken schlagen lassen – etwa in den komischen Partien der alten Schachteln, die als Ammen der künftigen (Poppea) und der noch amtierenden Königin (Octavia) deren «Stutenbeißen» nach Buffo-Art karikieren, wofür Tenor Marc Molomot, der die Arnalta schon einmal in Vancouver gesungen hatte, bei der Premiere spontan Szenenapplaus erntet.
Damit nun aber die Jugend in ihrem schönen Überschwang nicht allzu dick aufträgt oder gar ins Schülertheaterhafte ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt März 2005
Rubrik: Magazin, Seite 19
von Eleonore Büning

Vergriffen
Weitere Beiträge
Ein einziges großes Gewitter

Wie sich die Titel gleichen: «Keine Angst vor neuen Tönen» nennt Ingo Metzmacher seinen engagierten, ganz persön­lichen und unmittelbaren Wegweiser in die Welt der Musik des 20. Jahrhunderts; unter dem Motto «Who Is Afraid of 20th Century Music» veranstaltete und dirigierte der GMD der Hamburgischen Staatsoper – und designierte Musikchef der Amsterdamer Oper –...

Mozart: Idomeneo

Von Mozarts «großen» Opern ist «Ido­meneo» sicherlich die am schwersten zu realisierende. Eine dem Theater Augsburg vergleichbare Bühne, das Münchner Gärtnerplatztheater, setzte vor Jahresfrist mit großem Erfolg auf japanische Abstraktion in Bühnenbild, Kostümen und Gestik (Claudia Doderer). In Augsburg nun wollte Thomas Mittmann – der bereits hervorragende...

Verflixte Größe

Richtig putzig wirkte die alte Kulisse plötzlich: ein zierliches Stück Sperrholz-Barock in neuer, hochtechnisierter Umgebung. Wenn Carl Nielsens «Maskarade», die dänische Nationaloper schlechthin, bisher im Königlichen Theater am Kongens Nytorv gespielt wurde, war die Bühne voll mit einem Halbrund aus Balkons und Türen. Nun, auf der Bühne von Kopenhagens neuem...