Modellhafte szenische Versuche

Werke von Mascagni, Leoncavallo, Janácek, ­Prokofjew, Massenet, Strauss und ­Debussy auf DVD

Opernwelt - Logo

Sechs modellhafte Versuche, die Gattung Oper nach dem Verstummen Wagners und Verdis ins 20. Jahrhundert hinüberzuretten, sind in sechs modellhaften Produktionen zu besichtigen, die im zurückliegenden Jahr erstmals auf DVD herausgekommen sind. «Modellhaft» bezeichnet dabei einen Interpretationsansatz, der genaue Werkkenntnis mit szenischer Fantasie verbindet, ohne den nachschöpferischen Akt des Inszenierens in den Vordergrund zu rücken.


So hat es in den letzten Jahren beispielsweise nicht an regielichen Versuchen gefehlt, das eigentlich unverwüstliche Verismo-Tandem «Cavalleria rusticana»-«I pagliacci» durch werkfremde Einfälle doch kleinzukriegen. Wer wissen will, was in diesen beiden Stücken an sich steckt, ist mit Giancarlo del Monacos Madrider Inszenierung gut bedient. Der Sohn des großen Tenors hat diese Werke gleichsam in den Genen, seine Münchner Inszenierung von 1978 begründete seine Karriere. Seitdem hat er Cav/Pag, wie die Engländer sagen, in verschiedenen Städten mit verschiedenen Bühnenbildnern immer wieder neu aufgenommen. Diese bislang jüngste Produktion zeigt keine Spuren erschlaffter Routine, sondern verbindet Tradition mit erhellenden neuen Einfällen und vermeidet ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt März 2008
Rubrik: DVDs, Seite 55
von Ekkehard Pluta

Vergriffen
Weitere Beiträge
Kein Neuanfang

Wer gehofft hatte, dass sich das seit Jahren in einem künstlerischen Tief befind­liche Musiktheater in Münster in der aktuellen Spielzeit endlich zu einem Neuanfang aufraffen würde, sieht sich leider enttäuscht. Der glücklos amtierende GMD Rainer Mühlbach – ein nobler, aber in den Grabenkämpfen des Theater­alltags wenig durchsetzungsfähiger Musiker – hatte nach nur...

Direktvergleich

Auf intelligente Weise münzt Brüssels Oper derzeit den im Stagione-Prinzip unumgänglichen Zwang zu Doppelbesetzungen in künstlerischen Mehrwert um. Nachdem bereits die letzte Produktion, Massenets «Wer­ther», Gelegenheit zum Direktvergleich zwischen der üblichen Tenorfassung und der später vom Komponis­ten erstellten Baritonversion gab, wartet La Monnaie auch bei...

Mozart: Le nozze di Figaro

Ein paar Raumteiler, ein paar Türen, ein Fenster und eine Drehbühne – mehr braucht Moritz Nitsche nicht, um im Wuppertaler Schauspielhaus die Welt von Mozarts «Figaro» zu bauen. Zwei, drei Handgriffe des handelnden Personals, und zack, rauschen wir von der Kammer der Gräfin ins Gemach des Grafen und zurück, kauern heimlich mit Cherubino im Kabinett, um am Ende zum...