Mit Geschichte aufgeladen
Erst erwürgt Madame Mao ihren Gatten, dann schießt sie alle anderen über den Haufen, Amerikaner wie Chinesen. Schließlich ist es ihr Stück, das hier gespielt wird: «Das Rote Frauenbataillon» sollte, wie alles in Maos Ära, die Vergangenheit den kommunistischen Grundsätzen dienstbar machen, was mit einem Leichenberg aus 50 Millionen Toten endete.
Im Libretto von John Adams’ «Nixon in China» findet sich die Szene nicht, schon weil der Komponist in seiner Oper über den ersten Besuch eines US-Präsidenten im kommunistischen China nicht an Wertungen interessiert ist, sondern die Ereignisse unkommentiert ausstellt.
Der japanische Regisseur Tomo Sugao entfernt sich am Mainfrankentheater Würzburg weit von der realistischen Deutungstradition, die noch immer von Peter Sellars’ Uraufführungsbildern geprägt ist, um das Stück auf brillant gedachte, ästhetisch sensible Weise umso entschiedener einzulösen. Nicht von den Inhalten, von der Form her nähert sich sein Team dem Stoff. Das Bühnenbild von Julia Katharina Berndt übersetzt das ewige Kreisen der Musik in ein beständiges Rotieren der Drehbühne, die zwischen Segmenten einer knallroten Chinesischen Mauer verschiedene Variationen geschichtlich ...
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Opernwelt Juli 2018
Rubrik: Panorama, Seite 49
von Michael Stallknecht
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