Mezzomanie

Neue CDs mit Elina Garanca, Stella Grigorian, Lorraine Hunt Lieberson, Angelika Kirchschlager und Nathalie Stutzmann

Opernwelt - Logo

 Elina Garanca – so hat sie es jüngst in dieser Zeitschrift erklärt – möchte keine Diva sein. Als eine solche aber wird sie, in Kleidern von Escada und Schmuck von Cartier, von ihrem Platten-Label im Booklet ihrer neuesten CD präsentiert. Dem Beispiel von La Bartoli folgend konzentriert sie sich im klug komponierten Programm auf Belcanto-Opern von Rossini («Tancredi», «Maometto II»), Bellini («Adelson e Salvini», «I Capuleti e i Montecchi») und Donizetti («Lucrezia Borgia», «L’assedio di Calais», «Roberto Devereux», «Dom Sébastien», «Maria Stuarda»).

Was wir hören, ist eine Fülle großer, meist vergessener, stets aber, wie etwa im Falle von Donizettis bedeutendem Spätwerk «Dom Sébastien», zu Unrecht unbekannter Musik. Garanca demonstriert ihre glänzende Kunst nicht nur in Arien, sondern auch in kompletten Ensembleszenen. Mit ihrer leicht ansprechenden, tragfähigen Stimme bewegt sie sich elegant durch den Koloratur-Parcours des Trinklieds aus «Lucrezia Borgia», verleiht der machtbewussten englischen Königin Elisabetta aus «Maria Stuarda» härtere Konturen, schwärmt im empfindsamen Romanzenton aus Bellinis Erstling «Adelson e Salvini» und verziert die zweite Strophe der Cabaletta des ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt März 2009
Rubrik: Medien/CDs, Seite 22
von Uwe Schweikert

Vergriffen
Weitere Beiträge
Stille Größen

Zum Tod von Róbert Ilosfalvy

 

 

Unter den Tenören seiner Generation tat sich der Ungar Róbert Ilosfalvy durch sein emotionales Engagement und die Wärme seines Tons besonders hervor, was ihn vor allem zum Protagonisten in Puccinis Opern prädestinierte. Nach seinem Debüt als Hunyadi László in Ferenc Erkels gleichnamiger Oper (1954) stieg er rasch zu einem der ersten...

Als wär's ein Stück von heute

Christof Loys Göteborger Inszenierung der «Arabella» (siehe OW 2/2007) hat Frankfurt erreicht und, dank einer sorgfältigen Einstudierung mit komplett neuer Besetzung, nichts von ihrem verstörenden Glanz eingebüßt. Trotz Strauss’ handwerklich gediegener, manchmal allerdings in seichten Operettengewässern fischender Musik bleibt kein schaler Nachgeschmack. Herbert...

Grand Opéra als Kammerspiel

 Der amerikanische Orientalist Edward W. Said hat in seinem Buch «Kultur und Imperialismus» Verdis «Aida» unterstellt, dass sie «nicht so sehr ein Werk über als vielmehr der imperialen Herrschaft» sei. Genau das Gegenteil trifft zu. Dass Verdis populärste Oper sich auf kritische Weise mit dem impliziten Imperialismus des Sujets auseinandersetzt, ist spätestens seit...