Messerscharfes Kinderspiel

Wegen einer Infektion blieb die Sopranistin Heather Engebretson in der Luzerner «Salome» von Herbert Fritsch stumm. Trotzdem war sie das Epizentrum des Strauss-Dramas

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Wie das? Trägt Greta nun keinen dunkelblonden Pferdeschwanz mehr, dafür einen schwarzen Bubikopf? Nicht doch, es ist ja nicht Greta, die auf der Bühne des Luzerner Theaters erscheint, sondern Heather Engebretson, immerhin schon 29 Jahre alt und gerade mal 1,52 Meter groß. Salome in der gleichnamigen Oper von Richard Strauss als eine Kind-Frau – so zeigt sie Herbert Fritsch, wie stets Regisseur und Bühnenbildner in einer Person.

Er tat es in gleicher Weise wie Maurice Béjart 1983 im Genfer Grand Théâtre, als der Choreograf den schneidenden Einakter mit der Sängerin und Tänzerin Julia Migenes inszenierte. Eine unvergesslich perfekte Lolita stand damals im Licht, nur verfügte sie nicht über ausreichend Stimme, weshalb die zierliche Darstellerin für ihren Monolog mit dem abgeschlagenen Kopf des Jochanaan damals auf einer Rampe über den Orchestergraben hinweg ans Publikum herangeführt wurde.

Bei Heather Engebretson in Luzern war das nicht nötig. Sie sang nicht zu leise, sondern überhaupt nicht, eine Infektion der Stimmbänder hatte sie zur Premiere verstummen lassen. An ihrer Stelle nahm Sera Gösch von der Seite aus an einem Notenpult das Vokale wahr, und sie tat das auf ...

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Opernwelt Februar 2020
Rubrik: Im Focus, Seite 14
von Peter Hagmann

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