Megalopolis
Anfang Mai vor zehn Jahren. Wie diesmal wieder tauchen die «Weißen Nächte» Sankt Petersburg in nicht enden wollendes, strahlend hartes Sonnenlichtblau. Das Mariinsky Theater unter seinem dynamischen Chef Valery Gergiev wuchtet den ersten russischen «Ring des Nibelungen» seit Menschengedenken auf seine marode Bühne. In der nahen Akademie der Künste, am anderen Newa-Ufer, wird freilich eine Utopie der anderen Art Wirklichkeit: Im ersten internationalen Architekturwettbewerb des Landes sind die Modelle für ein zweites Mariinsky Theater ausgestellt.
Der vielfach umgemodelte, außen pistaziengrün, innen eisvogelblau, cremeweiß und golden gehaltene Bau, den Zar Alexander II. 1860 zu Ehren seiner deutschen Frau Marie von Hessen-Darmstadt errichten ließ, ist längst nicht mehr zeitgemäß für den expandierenden Gergiev, der sein Opern- und Balletttheater seit 1988 als Chefdirigent und seit 1996 auch als Intendant zu einer weltweit angesehenen, devisenbringenden Marke geformt hat. Eher ist er eine Bürde. Gergiev, früh vaterloser Ossete aus dem Nordkaukasus, der sich in Petersburg hochgekämpft hatte, bei den sowjetischen Pulthaudegen Ilya Musin und Evgeny Mravinsky geschliffen wurde, schließlich ...
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Opernwelt Juni 2013
Rubrik: Im Focus, Seite 4
von Manuel Brug
arte
2.6. – 17.05 Uhr
Ein Tag im Leben des Cellisten Johannes Moser.
Dokumentation von Holger Preuße, Deutschland 2012.
2.6. – 18.30 Uhr
7./13.6. – 5.00 Uhr
Lorin Maazel trifft Alice Sara Ott.
Münchner Philharmoniker. Ravel: Klavierkonzert G-Dur.
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Das ist wahrhaftig ein Coup. Pünktlich zu seinem 120. Geburtstag gräbt ein kleines, feines Theater im Erzgebirge eine Oper aus, die gleich auf mehreren Ebenen eine Entdeckung ist. Den Komponisten kennt kaum jemand, er heißt Peter Gast, wurde 1854 in Annaberg geboren und starb dort 1918. Eigentlich heißt er Heinrich Köselitz, das Pseudonym verlieh ihm Friedrich...
Seit Christoph Meyer 2009 die Leitung übernommen hat, ist es still geworden um die Rheinoper. Man produzierte gediegene Kulinarik, überregionaler Glanz ging ausschließlich vom Ballett unter dessen genialem Chef Martin Schläpfer aus. Zum Wagner-Jahr zeigte das einst als «Bayreuth am Rhein» geltende Haus bislang eine zahnlose Uraufführung von Helmut Oehring. Jetzt...
