Mascagni: Cavalleria rusticana, Leoncavallo: I pagliacci
Oft geht dramaturgischer Ehrgeiz dahin, das veristische Dioskurengespann «Cav/ Pag» zu trennen und mit anderen Partnern zu kombinieren. Manche Regisseure unterstreichen lieber die Gemeinsamkeiten. Giancarlo del Monaco führte vor Jahren in Bonn alle Figuren zu einem schicksalsschweren Finale zusammen, etwas simpler operierte in Gelsenkirchen Gabriele Rech in gleichbleibendem Bühnenbild.
Auch Harald Thors Dortmunder Ausstattung stellt vor allem die Verbindungen zwischen den beiden Stücken heraus.
Zwar spielt «Cavalleria» in einem herben, von Häuserfronten bestimmten Milieu, während in «Pagliacci» (nicht unbedingt zwingend) die Pop-Generation Spuren hinterlassen hat, doch hier wie dort dominiert ein mittiges Spielpodest: die Welt als Bühne. In «Cav» ist es Schauplatz für verkrustete Rituale, in «Pag» für ein überhitztes Lebensgefühl.
Leicht überhitzt ist auch die Inszenierung von Christine Mielitz. Was einem trotz Detailqualität – umgangssprachlich ausgedrückt – auf den Geist geht, ist die Hyperaktivität auf der Bühne. Die Tragödie Santuzzas wirkt wie ausgewürgt, Lucias mütterliche Beflissenheit findet nicht Ruh’ noch Rast, der Chor bewegt sich choreografisch unermüdlich von rechts ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Außerhalb Großbritanniens sind Aufführungen des musiktheatralischen Œuvres von Michael Tippett selten. Die großartige Münchner Produktion seines Erstlings «A Midsummer Marriage», komponiert 1952, in der Regie von Richard Jones war 1998 eine Ausnahme. «The Knot Garden» (1970) oder «The Ice Break» (1976) wurden hierzulande allenfalls per CD bekannt. Jetzt ist mit...
Ursula Nusser: Herr Mösch, stehen wir vor einer Karajan-Renaissance?
Stephan Mösch: Das würde ich nicht sagen. Solche Jubiläen haben ja immer viel mit medialem Geklingel zu tun. Ich denke, es ist wichtig, Karajan aus dem Abstand heraus zu sehen. Wir brauchen zu diesem hundertsten Geburtstag weder eine Verherrlichung noch eine Verdammung oder Verachtung Karajans....
Lange waren Walter Felsensteins Opernfilme Sammler- und Liebhaberobjekte bei eBay, auf Tauschbörsen und in Internetforen. Den 1954/56 gemeinsam mit Hanns Eisler bearbeiteten und in den Wiener Rosenhügel-Studios gedrehten «Fidelio» bekam man über die Bavaria-Tochter EuroVideo, den «Othello» (1969) über das New Yorker Label VIEW Video, den «Figaro» (1976) als teure...
