Liebestrank aus der Flasche
Vor zehn Jahren markierte Vera Nemirovas «Macbeth» in Bonn den hoffnungsvollen Start der Ära von Klaus Weise, nun beendet ihr «Tristan» seine Opern-Intendanz an dem von harten Sparzwängen bedrängten Haus. Immer wieder hat Nemirova in Bonn inszeniert, zuletzt verlegte sie Donizettis «L’elisir d’amore» auf eine Wellness-Farm. In einem gewitzten Detail zitiert Nemirova nun im «Tristan» die eigene «Liebestrank»-Inszenierung: Der in beiden Opern besungene Trank ist nichts anderes als klares Wasser aus einer handelsüblichen PET-Flasche.
Ansonsten geht es freilich wenig nüchtern zu im Bonner «Tristan». Inspiriert von Wagners Wesendonck-Lied «Im Treibhaus» hat Nemirova sich von ihrem Ausstatter Klaus W. Noack im zweiten Akt ein Gewächshaus auf die Bühne bauen lassen, das Ausmaße eines großbürgerlichen Salons hat. Deutliche Verfallsspuren wie bereits das schrundige Schiffsambiente im ersten Akt trägt auch das fragile Treibhaus, die Scheiben werden später mit bedeutsamen Worten beschriftet, hintersinnigerweise erst im dritten Akt, wenn es ans Sterben geht, wuchern dort üppig grüne Pflanzen, die Kurwenal eifrig gießt.
Angelehnt an Wagners biografische Situation im Hause Wesendonck deutet ...
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Opernwelt Juni 2013
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Regine Müller
Humor, Witz, Spaß – mit dem Komischen tut sich die Musikavantgarde meist schwer. Lacher sind nur erlaubt, wenn sie im Halse stecken bleiben. Wenn sie schwarz klingen, schwer, verquer. Dada war gestern. Der heilige Ernst strukturellen Denkens, so scheint es, schluckt allzu oft die Lust auf intelligenten Schabernack. Experiment und heiterer Esprit, Komplexität und...
Bei Premierendaten Angabe der Namen in folgender Reihenfolge:
Musikalische Leitung, Inszenierung, Bühnenbild und Kostüme - Solisten
AP = A-Premiere
BP = B-Premiere
Mat. = Matinee
N. = Nachmittagsvorstellung
Deutschland
Aachen
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> Dvorák, Requiem (Beaujean): 1.
> Simon Boccanegra: 2. (N.)
> Rossini, Il barbiere di Siviglia:...
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