Ladehemmung
Zum Spielzeitstart eines neuen Theaterintendanten kommen die Karten auf den Tisch: Wo will er hin, was bringt er mit? Für Matthias Fontheim, der aus Graz kommend das Mainzer Staatstheater aus den Händen von Georges Delnon übernahm, sollte es etwas Spartenübergreifendes sein. Carl Maria von Webers «Oberon» wurde als Opern-Regiedebüt von Philip Tiedemann ausgewählt – interessant, wie sich so mancher Schauspielmensch die Oper vorstellt.
Es ist elf Jahre her, dass sich die Oper Frankfurt an Webers «Oberon» gewagt hat.
Martin Mosebach integrierte die wild blühende Musik in ein Puppenspiel und machte so aus der kruden Geschichte eine Tugend: ein Märchenspiel mit Marionetten, von hervorragenden Puppenspielern und exzellenten Sängern gekonnt umgesetzt – und auch nach dem Mainzer Neuversuch wohl maßstäblich zu nennen.
Am Mainzer Staatstheater hält «Oberon» jetzt als Drei-Sparten-Event Einzug – gemäß einer der Leitlinien von Matthias Fontheim, der Ballett, Schauspiel und Oper zusammenrücken will. Dabei sollen sich Regiehandschriften von Spezialisten der jeweils anderen Sparte befruchten – und deswegen steht mit Philip Tiedemann gleich ein hochgeachteter Schauspielregisseur hinter diesem ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Auch der Regen ist der gleiche. Vielleicht liegt es ja daran, dass Bad Ischl und Salzburg nur gute fünfzig Kilometer trennen – in der Festspiel-Atmosphäre sind sich die beiden Bilderbuch-Lokalitäten nicht unähnlich. Bloß dass Mozart in der ehemaligen k. u. k. Sommerfrische Lehár heißt und sich dort folgerichtig (fast) alles um Operette dreht. Selbst am...
Verdis «Otello» fasziniert durch den Wechsel von geballter dramatischer Wucht und lyrischen Passagen. Dass das Theater Regensburg zur Spielzeiteröffnung diese Herausforderung bestanden hat, ist in erster Linie der musikalischen Seite zu danken. Das Orchester hatte einen großen Abend. Der Eingangschor kam mit Verve über die Rampe, legte die Richtung fest, in die...
Die Saison mit einer Neuinszenierung zu eröffnen, ist im Opernbetrieb weltweit gang und gäbe. Die Met jedoch hatte sich seit 1987 für Revivals und hochkarätig besetzte Star-Galas entschieden, deren Programme sich aus herausgelösten Akten verschiedener Opern zusammensetzten. Peter Gelb, der Intendant (und bis vor kurzem umstrittener Chef von Sony Classical) hat...
