Kultur vom Kiosk
In Italien ist es schon lange üblich, dass man sich am Kiosk an der Ecke nicht nur mit Sexmagazinen und Cartoon-Heften versorgen kann, sondern auch mit kulturellen Grundnahrungsmitteln wie Büchern, Platten, CDs und zuletzt DVDs, und das zu äußerst volkstümlichen Preisen. Mancher, der nie die Lust verspürte, eine Buchhandlung oder einen Plattenladen aufzusuchen, hat hier, durch die bunt lockende Aufmachung und die Aussicht auf ein «Schnäppchen» animiert, seinen Einstieg in eine ihm bisher verschlossene Welt gefunden.
Das 1901 in Italien gegründete und heute in 26 Ländern präsente Verlagshaus De Agostini, das zu den Marktführern unter den Anbietern gehört, hat im September auf dem deutschen Markt eine DVD-Serie gestartet, die unter dem Titel «Die Opernsammlung» die populärsten Werke des Repertoires zusammenfasst. Alle vierzehn Tage erscheint im Zeitschriftenhandel eine neue Opern-DVD mit Begleitmagazin. Wer die Sammlung komplett haben will, kann sie auch im Abonnement bestellen.
Es handelt sich um Aufzeichnungen der letzten zwanzig Jahre aus den großen Opernhäusern der Welt. Jede Folge kostet 15 Euro, das ist die Hälfte des offiziellen Ladenpreises, denn die meisten Titel liegen ...
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Vor einigen Monaten präsentierte das Festival Internacional de Granada eine Produktion von Tomás Bretóns Zarzuela «La verbena de la Paloma» (siehe OW 9-10/2004). Jetzt wurde mit dessen opulentester Oper «La Dolores» die neue Musiktheatersaison des Teatro Real eröffnet. Bei der Uraufführung des Werks am 16. März 1895 im Teatro de la Zarzuela hatte das...
Schon die fünfjährige Sylvia hat sich gern im Spiegel betrachtet, wie man einem ganzseitigen Schwarzweißfoto in ihrem Erinnerungsbuch entnehmen kann. Auch die 70-jährige Primadonna i. R. genießt die Freuden der Selbstbespiegelung sichtlich, doch diesmal in Form eines Buches, das sie selbst geschrieben hat, da sich der vorgesehene Ghostwriter als unfähig erwies,...
«Parsifal» in Koblenz: Nur die Nennung der Kombination des sehr kleinen Hauses mit dem sehr großen Werk könnte verschiedene Reaktionen wecken. Zunächst das unermüdliche Interesse der reisefreudigen Wagnerianer, die auch abseits der Opernzentren ihrer Passion frönen. Unglauben vielleicht, ob ein kleines Dreispartentheater den «Parsifal» im engmaschigen Spielplan...
