Kühler Glanz, neue Glut
Auf ihrem neuem Arienalbum mit dem Allerweltstitel Romantique verbindet Elina Garanca einige Hauptstücke des französischen Mezzosopran-Repertoires wie Saint-Saëns’ Dalila-Arie «Mon cœur s’ouvre à ta voix» und Donizettis «Ô mon Fernand» aus La Favorite mit seltener zu hörenden Preziosen wie dem Schlussgesang der Sapho aus Gounods gleichnamiger Oper, der großen Szene der eifersüchtigen Königin Margared aus Lalos Le Roi d’Ys, aber auch Johannas Abschied von ihrer Heimat aus Tschaikowskys Oper über die Jungfrau von Orléans und Romeos «Ah! se tu dormi, svegliati» aus Nicola
Vaccais Giulietta e Romeo, einem Stück, das im 19. Jahrhundert oft anstelle des originalen Finales in Bellinis I Capuleti e i Montecchi gesungen wurde.
Elina Garancas Stimme hat sich deutlich entwickelt: Sie ist etwas dunkler geworden und hat an klanglicher Fülle gewonnen, ohne ihre Flexibilität zu verlieren. Die Spitzentöne leuchten, die Tiefe ist klanglich ideal eingebunden, die Mittellage klingt in jeder Region ausgeglichen; lediglich bei einigen geschlossenen Vokalen scheint die Stimme leicht zu verrutschen. Bei allem Wohlklang und trotz der souveränen gesangstechnischen Bewältigung der zahlreichen Klippen, die ...
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Opernwelt Januar 2013
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 16
von Thomas Seedorf
Es nahm sich aus wie ein besonders pointierter Regieeinfall und war doch nur dem Leben und seiner manchmal bitteren Realität geschuldet: eine Emilia Marty im Rollstuhl. Die alternde, mehr als 300-jährige Sängerin auf der Jagd nach dem Rezept für die ewige Jugend, gezeichnet als morbide, vom Verfall bedrohte Frau. Aber des Rätsels prosaische Lösung zeigt andere...
«Geistliches Lied» klingt zu harmlos, auch Thomas Browns Lobgedicht auf Purcells Beiträge zu den beiden 1688 und 1693 erschienenen Bänden der Harmonia Sacra trifft es nicht ganz: «Sweetness combin’d with majesty, prepares / To raise devotion with inspiring airs». Die überaus kunstvollen Kompositionen stehen den Bühnenwerken und Oden an Expressivität in nichts nach,...
Kreta – an der Semperoper zeigt sich die Insel als ästhetische Mischung aus Raffaello-Werbewelt und Science Fiction. Die Bühne dominiert ein breiter Steg, überspannt von vier Rahmen, auf die das Meer projiziert werden kann, gepeitschter Schaum, azurne Ruhe. Kathrin-Susann Brose skizziert so eine barocke Gassenbühne. Sie kann ein Schiffsdeck sein oder die Rampe...
