Krisentheater mit Kurt Weill
Eigentlich sind die Bedingungen alles andere als gut. Nach kurzen Jahren des Ruhms in der Zusammenarbeit mit Bertolt Brecht emigrierte Kurt Weill im März 1933 aus Deutschland, mit gerade 50 verstarb er 1950 in New York. In der DDR galt er neben Hanns Eisler wenig, auch die westdeutsche (Darmstädter) Avantgarde stand ihm fremd gegenüber. Heute sieht das Verhältnis zu Weill anders aus. Seine Stücke, nicht nur die «Dreigroschenoper», werden immer wieder ins Programm genommen.
Ein Blick auf die Spielpläne des Frühjahrs: Gerade erst hat das Kurt Weill Fest Dessau seine erste, 1926 geschriebene einaktige Oper «Der Protagonist» mit Leoncavallos ähnlich angelegtem «Bajazzo» aufgeführt. Jetzt machte sich das Staatstheater Hannover an den sieben Jahre später, kurz vor der Emigration entstandenen «Silbersee», und Köln setzte Katharina Thalbach auf «Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny» an, Weills neben der «Dreigroschenoper» populärstes Stück.
Georg Kaiser, der schon das Libretto zum «Protagonist» geschrieben hat, nannte den «Silbersee», in Anspielung auf Heine, ein «Wintermärchen». Tatsächlich geht es um ein – sehr stilisiertes – Deutschland, vor dessen Türen bereits Hitler steht. Der ...
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Opernwelt Mai 2011
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Udo Badelt
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