Krieg und Lieben
Vom ersten Augenblick an Apokalypse. Dunkle Gestalten in Camouflage-Hosen rennen über die Bühne, setzen sich die Heroin-Nadel. Hunde schnüffeln an Leichen, auf frischen Gräbern stecken schäbige Holzkreuze. Im Hintergrund dräut ein wolkenzerrissener schwarzer Himmel vor den Ruinen einer zerschossenen Stadt. Das könnte Sarajevo sein, aber auch Verona. Denn, man glaubt es kaum, eigentlich sind wir hier in Gounods Liebesdrama «Roméo und Juliette».
Der südfranzösische Regisseur Olivier Py, der 1998 ein Theaterstück über Srebrenica geschrieben hat, lässt die Oper mitten in einem Krisengebiet spielen, das stark an die Bilder vom jugoslawischen Bürgerkrieg erinnert. Statt verfeindeter Familien bekämpfen sich Volksgruppen. Das ist gerade in Amsterdam pikant, waren es doch niederländische Blauhelm-Soldaten, die beim Verbrechen von Srebrenica tatenlos zusahen. Die These des Regisseurs: «Romeo und Julia» ist kein Stück über die Liebe, sondern eines über den Krieg. Wenn ringsumher der Tod regiert, so scheint diese Liebe nur besonders ausgeprägt – so stark wie die lebhaften Farben beim Fest der Capulets im ersten Akt, die aus dem düsteren Bühnenbild von Pierre-André Weitz hervorstechen wie ...
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Zu einem Gipfeltreffen der Bassisten kam es beim diesjährigen Künstlertreffen der Gottlob-Frick-Gesellschaft in Ölbronn-Dürrn, zu der sich wieder zahlreiche Sängerpersönlichkeiten eingefunden hatten. Auf unserem Foto stellen sich zum Gruppenbild (ohne Dame) die Kammersänger Ekkehard Wlaschiha, Hans Sotin, Kurt Moll, Günter Wewel, Cornelius Hauptmann, Franz Crass...
Weiß ist der Mond, funktioniert mit 220 Volt und bietet Wärme in muffiger Kellerhölle. Liebkosend hält Rusalka ihn im Arm, während sie sich dem Liebsten und einer Utopie entgegensingt. Doch der Traum hält der Wirklichkeit nicht stand, verzweifelt wirft sie die Elektrokugel von sich. Ein Gefängnis also, bevölkert von Leidensschwestern, dominiert von einem...
Francis Poulencs 1957 an der Mailänder Scala uraufgeführte Oper über die Hinrichtung der sechzehn Karmelitinnen von Compiègne während der Französischen Revolution erlebt gegenwärtig an deutschen Bühnen eine erstaunliche Renaissance. Poulenc verknüpft das historische Geschehen mit der von Gertrud von Le Fort hinzuerfundenen Geschichte der jungen Blanche de la Force,...
