Kopfgeburt im Atelier

Meyerbeer: Les Huguenots Nürnberg / Opernhaus

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Die Nürnberger Inszenierung von Meyerbeers «Hugenotten»– die erste seit fast 25 Jahren in Deutschland! – hätte ein Ereignis werden können wie die spektakuläre Wiederentdeckung des «Vasco de Gama»im letzten Jahr in Chemnitz (siehe OW 3/2013) und die Krönung von Peter Theilers langjährigem Engagement für die französische Grand opéra. Aber leider hat den Nürnberger Intendanten dann doch der Mut verlassen.

Auf das Notenmaterial der neuen Meyerbeer-Ausgabe hat man, angeblich aus Kostengründen, verzichtet und den Fünfakter überdies zur Vermeidung von Orchester-Doppeldiensten – bei Meyerbeers Intimfeind Wagner eine Selbstverständlichkeit – drastisch gekürzt. Dabei sind die epischen Umwege, die retardierenden Momente wie stilistischen Brüche von Meyerbeers Dramaturgie ganz entscheidend für die Wirkung dieser Oper, die am Beispiel des Massenmords der «Bartholomäus-Nacht» zeigt, wie der Einzelne von der Geschichte ergriffen und zermalmt wird.

Das hätte trotz aller philologischen Abstriche noch immer eine spannende Aufführung werden können. Aber der Regisseur Tobias Kratzer und sein Ausstatter Rainer Sellmaier interessierten sich weniger für das noch heute brandaktuelle Ideendrama vom ...

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Opernwelt August 2014
Rubrik: Panorama, Seite 43
von Uwe Schweikert

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