Klingendes Aroma

Hype bei der Deutschen Grammophon: Solo-Alben mit Anna Netrebko, Plácido Domingo und Bryn Terfel als künstlerische Gütesiegel?

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Annamania, LangLanglitis – keine Seuchen, auch nicht ansteckend. Doch dahinter verbergen sich Symptome, die auf eine Erkrankung schließen lassen. Die Krankheit könnte man «Trend» nennen oder «Event». Es geht um die Kasse, und das ist durchaus legitim. Verwunderlich nur, dass sich die Symptome mittlerweile wie selbstverständlich auf eine Branche erstrecken, die sich erst seit wenigen Jahren damit infiziert hat: die Klassik.



Gemeint sind Alben mit den «Pop-Stars der Klassik» (welch abstruser Begriff!), mit jenen Musikern also, die es bis auf unsere Litfaßsäulen und in TV-Werbespots gebracht haben. Anna Netrebko hat unter dem Titel «In the Still of Night» ihren Salzburger Liederabend von 2009 mit Daniel Barenboim veröffentlicht; Plácido Domingo lässt sich von Lang Lang begleiten; Bryn Terfel leiht den «Bad Boys» der Operngeschichte seine Stimme. Zufall oder nicht: Alle drei Veröffentlichungen ziert das Gelblabel. Sie entstammen dem Hause Universal. Dort wird man nicht müde, ausgewählte Produktionen bereits im Vorfeld im Hochglanzformat zu bewerben. Da werden, auf hochwertigem Kartonpapier, Broschüren entworfen, die mit den jeweiligen Tourdaten, einem Einführungstext in drei Sprachen ...

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Opernwelt April 2010
Rubrik: Medien/CDs, Seite 22
von Christoph Vratz

Vergriffen
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