Klingende Rede, beredter Klang
Trompeten erschallen mit mutigem Ton und gehen, während daß verwandelt wird, in ein wildes Kriegsgetümmel über, das Orchester fällt ein bei offener Szene und wird von kriegerischen Instrumenten hinter der Szene begleitet.» Keine Frage: Friedrich Schiller wusste ziemlich genau, was er hören wollte zwischen der fünften und sechsten Szene des zweiten Akts seiner «Jungfrau von Orleans». Schließlich konnte er fest damit rechnen, dass bei allen Aufführungen ein groß besetztes Symphonieorchester im Graben sitzen und ebenso eine Bühnenmusik zur Verfügung stehen würde.
In heutigen Aufführungen bleibt dagegen nicht nur der Orchestergraben in der Regel leer. Wir haben uns auch angewöhnt, solche Regieanweisungen mit einer Selbstverständlichkeit zu überlesen, die man vor dem Hintergrund der Theatergeschichte nur erstaunlich nennen kann. Das trifft auf Regisseure und Dramaturgen ebenso zu wie auf viele Literatur-, Theater- und Musikwissenschaftler. Bis heute widmen sich vergleichsweise wenige wissenschaftliche Publikationen den musikalischen Phänomenen, die für die Autoren der Theaterstücke eine ebenso selbstverständliche wie wichtige Rolle spielten. Dabei spiegelt sich ihre Bedeutung schon im ...
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Opernwelt Jahrbuch 2018
Rubrik: Sprechen und Singen, Seite 68
von Michael Stallknecht
Als er vor sieben Jahren zum ersten Mal «Sänger des Jahres» wurde, gehörte er noch zum Ensemble der Frankfurter Oper. Es war die Zeit seiner Debüts an der Mailänder Scala und der Berliner Staatsoper, bei den Salzburger Festspielen und in Glyndebourne. Dort gastierte Johannes Martin Kränzle seinerzeit mit jener Partie, die ihn 2014 an die Met, 2017 nach Covent...
Der menschliche Körper ist nicht grenzenlos belastbar. Eine Binsenweisheit. Wer es übertreibt oder dauerhaft gesundheitsschädlichen Einflüssenausgesetzt ist, handelt sich nichtselten chronische Beschwerden ein. Zu den von der gesetzlichen Unfallversicherung anerkannten Berufskrankheiten gehören durch Lärm verursachte Hörschäden. Ein Syndrom, das unter...
Jeder große Künstler würde gern der letzte Mohikaner sein – oder der erste Mensch. Wir leben ja immer noch im Zeitalter des Originalgenies – auch, wenn dieser altehrwürdige Sturm und Drang-Begriff aus der Mode kam und längst durch neue, mit dem Zeitgeist von Copy & Paste kompatiblere Worte ersetzt worden ist, wie «Freak» oder «Ikone». Aribert Reimann ist weder das...
