Kleiner König aus dem Dschangel

Mike Svobodas Kinderoper «Erwin, das Naturtalent» in Stuttgart

Opernwelt - Logo

Irgendwo in der Südsee lebt Erwin (Anne-May Krüger), der, wenn er nicht gerade in seiner Hängematte schläft, mit seinen Freunden, den «Dschangel Kings», den ganzen Tag Musik macht. Eines Tages landet der staatlich geprüfte Audiologe Professor Hoggins (James Martin) mit seinem Tonbandgerät auf der Suche nach den Stimmen und Klängen seltener Tiere auf der Insel. Zufällig hört er Erwin und ist von seinem ungewöhnlichen Gesang so begeistert, dass er ihn überredet, nach Europa mitzukommen, wo er dem Naturtalent eine gro­ße Karriere verspricht.

Erwin, der nicht weiß, was Geld ist und wie Schokolade schmeckt, feiert schnell Triumphe. Überall wird er bejubelt und steht mit seinem Erfolgssong «Ich bin kein Eskimo» auf Platz 1 der Hitparaden – von Grönland bis Japan. Er wird herumgereicht, ist aber nur müde in der Luxus­suite des Hotels Glanzundgloria, wo er nicht schlafen kann, weil er keinen Platz für seine Hängematte findet. Er sehnt sich nach Kokosnusskoteletts und Olan­na­schnitzel und träumt von Rosa (Barbara Schedel), die sich von der kleinen Insel aus in die große Welt aufmacht, um ih­ren Freund zu suchen. Als sie ihn schließ­lich findet, reisen die beiden zu­rück in die Südsee – ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Januar 2006
Rubrik: Magazin, Seite 24
von Uwe Schweikert

Vergriffen
Weitere Beiträge
Wucht und Witz

Als ich ihm nach der Premiere von «Die Liebe der Danae» an der Bayerischen Staatsoper 1988 gratulieren wollte, grins­te er nur und winkte ab. Der Pollux, das sei eine Witzfigur und keine richtige Partie. Ganz realistisch war James King in seiner Selbsteinschätzung, und er konnte sich darüber amüsieren, dass diese Strauss’sche «Heitere Mythologie» eigentlich eine...

Eklektizismus nach dem Lustprinzip

Pierre Boulez bezeichnete einmal die Vertonung von Gedichten als «Lektüre mit Musik». Das war durchaus polemisch gemeint, und dahinter steckte eine Frage: Wen interessiert es überhaupt, wenn ein Komponist seine Klänge über einen Text gießt, der ohnedies vollendet ist und seine eigene Wort-Musik macht? Zwischen Kopie, Verfälschung und Innovation sind da viele...

Donizetti: Rita ou Le Mari battu

Da streiten sich zwei Männer um eine Frau, nicht etwa, um sie zu gewinnen, sondern um sie loszuwerden. Denn die Frau ist die widerspenstige, herrschsüchtige Rita, Schankwirtin, respektive – in der Lausanner Inszenierung – Inhaberin einer zwielichtigen Strandbar. Sie hat den trotteligen Peppe geheiratet, nachdem ihr erster Ehemann, der Seemann Gasparo, für...