Klarheit und Klangzauber
Das einzige Bühnenwerk des vor allem als Geiger berühmt gewordenen rumänischen Komponisten George Enescu hat nach der erfolgreichen Pariser Uraufführung 1936 nur noch vereinzelte Reprisen, vor allem in Frankreich und Rumänien, erlebt. Um so größer war das Erstaunen, als 1989 bei EMI eine Gesamtaufnahme herauskam, die «Oedipe» als ein Hauptwerk der Oper des 20. Jahrhunderts erkennen ließ. Zwar ist Enescus Tonsprache eher traditionell als avantgardistisch, doch seine Klangfantasie scheint unerschöpflich, besonders eindrucksvoll beim Mord an Laios und in der Szene der Sphinx.
Götz Friedrich hat vor zehn Jahren an der Deutschen Oper Berlin die Spielbarkeit des Stücks unter Beweis gestellt. Mit einem anderen Dirigenten und einer großenteils anderen Besetzung kam seine Produktion ein paar Monate später in Wien heraus, woher der erst jetzt von Naxos vorgelegte Mitschnitt stammt.
Eine Videoproduktion der Inszenierung wäre hilfreich gewesen. Die reine Tonkonserve dürfte dagegen neben der genannten Studioproduktion einen schweren Stand haben. Zum einen, weil eine halbe Stunde Musik fehlt, was auf der Szene durchaus dramaturgisch zu rechtfertigen ist, zum anderen, weil die solide Wiener ...
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Entgegen den vollmundigen Ankündigungen vom letzten Jahr (siehe OW 11/2005) hat Wulf Konold sein Publikum bei den diesjährigen Ludwigsburger Schlossfestspielen im Musiktheaterbereich auf Sparkost gesetzt. Da die in Koproduktion mit den Salzburger Festspielen geplante Mozart-Trilogie – «La finta semplice», die beiden Fragmente «L’oca del Cairo» und «Lo sposo...
Vornehm ausgedrückt, haben wir es mit lauter überreizten Figuren zu tun. Sie fuchteln in grellem Licht mit ihren Messern, das Blut spritzt munter, die Bühne gleicht einem Müllhaufen. Es wird gesexelt und proletet, gespuckt, gesoffen und deliriert. «Don Giovanni» aus der Sicht Calixto Bieitos. Wir wollen diese Zeilen lieber nicht damit füllen, wie der katalanische...
Die Idee, im Mozart-Jubiläumsjahr 2006 bei den Salzburger Festspielen alle zweiundzwanzig Bühnenwerke des Komponisten zu zeigen, kam dem Künstlerischen Leiter Peter Ruzicka angeblich schon vor seinem Arbeitsbeginn an der Salzach. Jetzt ist es so weit. «Mozart 22», wie das überall sichtbare Signet verkündet, läuft wie geplant. Bei Redaktionsschluss dieser...
