Klanggedächtnis

Christian Merlins Standardwerk zur Geschichte der Wiener Philharmoniker

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Herkulesaufgabe? Sisyphusarbeit? Man darf sich in der Beschreibung von Christian Merlins Jubiläumsgabe zur 175. Wiederkehr des Geburtstags der Wiener Philharmoniker durchaus aus dem Mythos der Antike bedienen. Natürlich könnte man auch Goethe zitieren: «Nur das Leichtere trägt auf leichten Schultern den Schöngeist. Aber der schöne Geist trägt das Gewichtige leicht ...»

Und gewichtig ist dieses zweibändige, insgesamt 640 Seiten umfassende Standardwerk sicherlich, was nicht nur die Waage und der Preis bestätigen, sondern auch die Lektüre. Ungewöhnlich Merlins Prozedere.

Der Pariser Musikwissenschafter und Kritiker formte das geschichtliche Bild dieses Orchesters aus den individuellen Biografien der Instrumentalisten. Dafür erstellte er Dateien aller 851 Mitglieder des Orchesters seit dem Gründungsjahr 1842 und erarbeitete eine Genealogie sowohl hinsichtlich der Familienbeziehungen als auch der Abfolge der Besetzungen der einzelnen Pulte. Im ersten Band nutzt er dies für eine sehr leserfreundliche Geschichte des Klangkörpers; der zweite ist eine alphabetisch-lexikalische Auflistung der Instrumentalisten (zu denen im Übrigen seit 20 Jahren auch Frauen zählen; nach heutigem Stand etwa ...

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Opernwelt Mai 2018
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 37
von Gerhard Persché

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