Katerina im Glashaus
Was für eine schlichte, suggestive, kalte Bühne: ein mit orangefarbenem Teppichboden ausgelegtes Glashaus mit Schiebewänden, schräg in einen von Erde bedeckten, bühnenhohen Raum aus Brettern hineingestellt und hell erleuchtet. Darin eine schöne, elegante Blondine, hinter ihr aufgereiht zwei Dutzend High Heels. Draußen sitzen, links und rechts, echte Schäferhunde.
Der Beginn der Amsterdamer Aufführung von Dmitri Schostakowitschs «Lady Macbeth von Mzensk» deutet alles an und verrät doch nichts: Wir sehen einen goldenen Käfig, in dem eine Frau zum Ausstellungsstück degradiert ist, beaufsichtigt von Tieren und später von der Masse. Kein Wunder, dass sich Katerina, die Frau des reichen Kaufmanns Zinovi Ismailov, der unter der Fuchtel seines Vaters steht und an ihr kein Interesse hat, zu Tode langweilt. Wenn dann ein brutaler Prachtkerl wie Sergej in Gestalt des tenoral und physisch auftrumpfenden Christopher Ventris auftaucht, ist kein Halten mehr. Und doch bewahrt Katerina, die Holländerin Eva Maria Westbroek, Star des Stuttgarter Ensembles, mit leuchtend intensivem, farbigem Sopranglanz immer ihre Würde, scheint sie weder vom Mob um sie herum, noch von den Morden, die sie ...
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Der Pariser Opernintendant Gerard Mortier, zu Beginn seiner Amtszeit wegen seines Reprisenspielplans gern gescholten (er wollte den Parisern eben gern einmal zeigen, was er so in Salzburg, Brüssel oder im Ruhrpott auf die Bühne gebracht hat), gewinnt für seine beiden Häuser, die Bastille-Oper und die alte Grand Opéra im Palais Garnier, zunehmend eigene Profile....
Ein Abend ohne Fußball. Auf den Rasenflächen des Bockenheimer Depots hoppeln Kaninchen. Dreischiffig wie eine Basilika liegt das alte Straßenbahndepot da. Ziegelmauern und eine filigrane, hölzerne Dachkonstruktion. Drinnen eine nach vorn abfallende Holzbühne. Darauf das verkleinerte hölzerne Skelett des Depots. Dahinter ein Sommerhimmel, weißblau (Ausstattung:...
An einer kleinen Bühne wie Regensburg sind Produktionen von Standardwerken in der Regel nur für das heimische Publikum attraktiv, die Wirkung bleibt meist regional beschränkt. Nicht so im Fall des neuen «Maskenball». Das Theater Regensburg bietet hier nicht nur ein Sänger-Quintett, sondern, die zwei Verschwörer einbezogen, ein -Septett auf, das sich problemlos auch...
