Kampf gegen den Absturz

Francis Hüsers, neuer Intendant des chronisch gefährdeten Theaters Hagen, setzt auf künstlerisches Risiko statt auf Appeasement

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Das Theater Hagen gehört zu den am stärksten abwicklungsbedrohten Kulturinstitutionen in den alten Bundesländern. Das ist nichts Neues für das 1911 eröffnete Haus: Seit Jahrzehnten sieht es sich Fusionsversuchen und finanziellen Kürzungen ausgesetzt. Schon der bis 2017 amtierende Intendant Norbert Hilchenbach hatte angesichts der klammen Kassen der Kommune städtische Sparvorgaben hinzunehmen. Sein Nachfolger Francis Hüsers sitzt erst recht auf einem Schleuderstuhl.

Seit 2018 greift ein Ratsbeschluss, der den jährlichen Zuschuss zum Gesamtetat (18 Millionen Euro) über einen Zeitraum von fünf Jahren um 1,5 Millionen auf 14,1 Millionen Euro verringert, wobei Tarifsteigerungen ausgeglichen werden sollen. Zwar wird das Land Nordrhein-Westfalen die Theater- und Orchesterförderung bis 2022 um 30 Millionen Euro erhöhen – Hagen profitiert davon mit einem Extrazuschuss von bis zu 719 000 Euro pro Jahr –, aber die Stadt erwägt  bereits, ihren Anteil entsprechend zu kürzen.

Hüsers, bis 2015 Operndirektor und stellvertretender Intendant der Hamburger Staatsoper, ist weder smarter Manager noch Strahlemann, also ein Typus, der sich bei Kulturpolitikern großer Beliebtheit erfreut, sondern ein ...

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Opernwelt Juli 2018
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Uwe Schweikert

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