John Eliot Gardiner zum 70. Geburtstag

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In einem Artikel über ihn lasen wir in einer Schweizer Zeitschrift einmal die schöne helvetische Wortschöpfung «Schubladisierung». John Eliot Gardiner hatte sich vehement gegen eine solche ausgesprochen, weigerte sich entschieden, mit dem Etikett eines auf Alte Musik fokussierten Spezialisten beklebt zu werden. «Das bin ich in dieser Ausschließlichkeit nicht, war es nie und werde es auch nie sein.

» Freilich gilt der Brite als einer der Gründerväter des zunächst vor allem aufs Barock konzentrierten period movement, jener Bewegung also, die von gesicherten historischen Erkenntnissen ausgehend bei den Aufführungen authentische Bedingungen herzustellen sucht. Er hat das weit über die Barockmusik hinaus gespannt und damit immer wieder verblüffende Ergebnisse erzielt. Bei seinen von ihm selbst inszenierten Aufführungen von Mozarts Da-Ponte-Opern gerieten Kritiker ins Schwärmen; die entschlackten Einspielungen von Sinfonien Beethovens, Schumanns oder Brahms’ – mit seinem Orchestre Révolutionnaire et Romantique – haben exemplarischen Charakter. Am 20. April wird John Eliot Gardiner 70 Jahre alt.  

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Opernwelt April 2013
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Gerhard Persché

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