Jetzt erst recht!

Das Teatro La Fenice in Venedig beweist mit Meyerbeers «Il crociato in Egitto» Mut zum Risiko

Opernwelt - Logo

Als vor eineinhalb Jahren Giampaolo Vianello, Intendant des Teatro La Fenice, und Bürgermeister Massimo Cacciari mit düsteren Mienen vor den grünen Samtvorhang des Fenice traten, um gegen die schmerzhaften Mittelkürzungen für Italiens Opernhäuser durch die Berlusconi-Regierung zu protestieren, waren aus einer der Logen despektierliche Zwischenrufe zu vernehmen: «Geht lieber an die Arbeit, anstatt hier Standpauken zu halten!». Zum Glück blieben derlei Sekundanten des Berlusconi-Regimes eine Minderheit.

Der größte Teil der Abonnenten, deren Zahl seit der Wiedereröffnung des Theaters um mehr als die Hälfte gestiegen ist, bekundete volle Solidarität. Die von Rom verfügten Sparmaßnahmen hatten ein Loch von vier Millionen Euro ins Budget des Fenice gerissen. Vianello sah sich deshalb unter anderem gezwungen, die mit Spannung erwartete Ausgrabung von Giacomo Meyerbeers letzter Kastratenoper, «Il crociato in Egitto», vom Spielplan abzusetzen. Dem Regisseur Pier Luigi Pizzi sowie hochrangigen Solisten, etwa Patrizia Ciofi, musste kurzfristig abgesagt werden. Die Premiere der Produktion verschob man auf den ersten Tag der diesjährigen Saison, welche – wiederum aus Kostengründen – nicht schon ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt März 2007
Rubrik: Im Focus, Seite 22
von Birgit Pauls

Vergriffen
Weitere Beiträge
Sekunden(alp)traum

Es händelt stark an der Rheinschiene: Der wunderbare «Saul» in der Regie Dietrich Hilsdorfs war gerade wieder in Bonn zu sehen, Bonn und Wiesbaden bringen in Kürze «Julius Cäsar» auf die Bühne – und Koblenz steuert eine szenische Version der «Susanna» bei. Kaum je wird das Oratorium von 1749 im Konzert aufgeführt, noch seltener ist es in szenischen Umsetzungen zu...

Zeremonien und Rituale

Der Big Apple liebt den Superlativ. Wer sich und seine Sache nicht in den höchs­ten Tönen anpreist, steht hier schnell im Abseits. Das Größte, das Glanzvollste, das Be­rühmteste muss es schon sein, wenn man die Aufmerksamkeit der ­Öf­fentlichkeit erregen will. Auf dem Marktplatz New York zählt nun mal vor allem der grelle Pinselstrich, das blendende...

Der lange Weg zum Selbst

 

Frau Dasch, welche Bedeutung hatten die Eltern für Ihre Liebe zur Musik?
Für meine Eltern war Musik zentral. Sie hatten sich übers Singen kennengelernt, spielten Instrumente und lebten uns vor, dass gemeinsames Musizieren, egal auf welchem Niveau, Spaß macht. Von Familienfesten bis zu Weihnachts­got­tes­diens­ten – es wurde keine Gelegenheit ausgelassen, ein...