Jenseits von Afrika und China
Unter den nordamerikanischen Festivals, die das ganze Spektrum der Künste ins Visier nehmen, ist Spoleto zweifellos die erste Adresse. Und in diesem Jahr zudem ein Ort, der auf zeitgenössische Oper setzt – und ganz nebenbei die Flexibilität der Gattung unterstreicht.
Publikumsrenner der zweiunddreißigsten Saison war «Monkey: Journey to the West», ein von chinesischen Solisten in Mandarin gesungener Musikzirkus aus der Feder der britischen Pop-Rock-Ikone Damon Albarn (Blur, Gorillaz), der schon in Manchester und Paris für Furore sorgte (siehe OW 12/2007) – in der Inszenierung des Regisseurs Chen Shi-Zeng, der mit einer Einrichtung der traditionellen chinesischen Oper «Der Päonienpavillon» bekannt geworden war. Alle neunzehn Vorstellungen, die man während der siebzehn Festival-Tage in dem achthundert Plätze bietenden Sottile Theatre angesetzt hatte, waren ausverkauft. Die (etwas dünne) Story ist alt, sie stammt aus der Ming Dynastie: Erzählt wird von einer abenteuerlichen Suche nach Weisheit und Unsterblichkeit, die den Helden nach Indien führt, um dort heilige Texte des Buddhismus aufzuspüren und mit nach China zu nehmen.
Die verblüffende Breitenwirkung des «Monkey»-Projekts hängt ...
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