Jean-Philippe Rameau

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Rousseau empfand den französischen Gesang als ein «beständiges Gekläffe». Weil sich die Tragédie en musique, wie Lully sie geprägt hatte, im Vergleich zur italienischen Oper so nah am Text hielt, konnte sie dem koloraturverwöhnten Ohr durchaus spröde vorkommen. Rameau gestand in seinen Bühnenwerken der Musik wesentlich mehr Raum zu. Lully brauche Schauspieler, er selbst aber Sänger! Auch wagemutige Musiker, Regisseure, Intendanten, möchte man hinzufügen.

Noch immer werfen uns die reichen Dissonanzen, die fremdartigen Fortschreitungen und die Farbigkeit des Orchestersatzes aus der Bahn.Packen uns der rhythmische Drive, melodische Erfindungsreichtum und das Feingefühl für die musikalische Psychologisierung der Figuren. Vor 250 Jahren ist Jean-Philippe Rameau gestorben. Plädoyer für ein Genie.

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Opernwelt Jahrbuch 2014
Rubrik: Jean-Philippe Rameau, Seite 70
von

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