Italianità brasilianisch

Gießen: Gomes: Lo schiavo

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Sambafieber erwartet man in einer brasilianischen Oper des späten 19. Jahrhunderts vergebens. Mestizische Leidenschaften werden ein gutes halbes Jahrhundert später in Epen, Romanen und Gedichten von Rosa, Amado oder Andrade beschworen, ein wenig früher bereits in der immensen Musikproduktion von Heitor Villa-Lobos.

Kunstmusikalisch orientiert sich der riesige Subkontinent bis heute an Europa und überspringt damit womöglich mehr oder minder eine Phase nationalkultureller Selbstbewusstwerdung, die – in Ländern wie Tschechien und Ungarn, in Russland, in Skandinavien – vor Längerem oder auch noch vor Kurzem (Finnland) zu bemerkenswerten Blüten führte.

Für das 1836 geborene Musiktalent Carlos Gomes aus Brasilien war es klar, sich auf dem alten Kontinent Opern-Lorbeeren zu erwerben – nein, nicht im bescheidenen Mutterland Portugal, sondern gleich an den italienischen Quellen dieser Kunst. Zwei seiner belcantistischen Bühnenwerke wurden sogar an der Mailänder Scala uraufgeführt, darunter «Il Guarany», Gomes’ bekanntestes Stück. «Lo schiavo», eine seiner letzten Opern, kam dagegen nach seiner Rückkehr in die Heimat in Rio de Janeiro heraus. Einziges deutschsprachiges Theater, das dieses ...

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Opernwelt April 2011
Rubrik: Panorama, Seite 40
von Hans-Klaus Jungheinrich

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