In höchster Ergriffenheit

Wagner: «Götterdämmerung», Cottbus / Großes Haus

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Ein Schluss, wie er im Buche steht. Längst haben Hagens Mannen Siegfrieds Katafalk aus Stühlen aufgeschichtet, als Brünnhilde erscheint, das Gesicht unterm Witwenschleier verhüllt und ein Flämmchen tragend, als wär’s das der Freiheitsstatue. Selbst wenn sie sich am Ende nicht aufs hohe Ross schwingt, scheint das ganze Theater unter ihren Füßen zu entflammen. Wüstes Gedünst steigt aus der Tiefe. Zurück bleibt ein rot glühendes Dampfgewölk, das den Raum füllt bis hoch zu den beiden Proszeniumslogen, wo zwei von Panthern gezogene Siegeswagen vergebens ein Startzeichen erwarten.

Doch noch ist die neue Zeit nicht angebrochen. Kaum sichtbar sinkt weit abgeschlagen auf der Bühne Wotan zeitlupenartig zu Boden, während vorne an der Rampe die Rheintöchter ein blaues Tuch über den Schauplatz der Geschichte ziehen. «In höchster Ergriffenheit» sehen Zuschauer dem «Wasser» wie auch dem «wachsenden Feuerschein» zu, und faszinierend fermatenhaft lässt GMD Evan Christ den Des-Dur-Akkord so ausklingen, als gäbe es nach der «Götterdämmerung» nichts mehr auf der Welt. Schon gar nicht Musik.

Der dritte Tag der Tetralogie «Der Ring des ­Nibelungen» fällt nicht nur deshalb aus dem Rahmen, weil ein ...

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Opernwelt Mai 2013
Rubrik: Panorama, Seite 47
von Hartmut Regitz

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54. Jahrgang, Nr 5
Opernwelt wird herausgegeben von Der Theaterverlag - Friedrich Berlin

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Best.-Nr.     752255


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Redaktionsschluss dieser Ausgabe war der 11.04.2013

Redaktion:
Stephan Mösch (V. i. S. d. P.)
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