In der Fremde
Unmittelbar nach der legendären Mailänder Wiederbelebung von Donizettis «Anna Bolena» durch Luchino Visconti und Maria Callas gab es im Oktober 1957 in New York eine konzertante Aufführung mit Gloria Davy und Giulietta Simionato. Seitdem stand das Stück immer wieder einmal auf dem Programm. 1966 nahm es die American Opera Society mit Elena Suliotis, Marilyn Horne, Plácido Domingo und Janet Baker als Smeton wieder auf.
Die New York City Opera brachte das Werk zunächst mit Beverly Sills auf die Bühne (1973), später mit Olivia Stapp in der Titelrolle und einer superben männlichen Besetzung: Samuel Ramey und Rockwell Blake (1980). In weiteren New Yorker Produktionen sangen Joan Sutherland (New York City Opera, 1985), Carol Vaness und Krassimira Stoyanova (Opera Orchestra of New York, 1993 bzw. 2003).
Die Metropolitan Opera hingegen, dem Belcanto-Repertoire ohnehin nur selten zugetan, brauchte sage und schreibe 128 Jahre, um zum ersten Mal eine Tudor-Oper von Donizetti ins Repertoire zu nehmen. Und man setzte dabei ganz auf den (durch eine flächendeckende Werbekampagne zusätzlich angeheizten) Starruhm Anna Netrebkos. Offenbar sollte die Eröffnungsproduktion der neuen Saison gleich zu ...
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Opernwelt November 2011
Rubrik: Panorama, Seite 51
von David Shengold
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Als die vormals Städtische Oper Berlin, nunmehr in Deutsche Oper umbenannt, vor einem halben Jahrhundert in ihr neues Haus an der Bismarckstraße einzog, war das nicht nur ein herausragendes kulturelles, sondern auch ein politisches Ereignis. Wenige Wochen zuvor war die Mauer gebaut worden, dem Westberliner Opernhaus entstand daraus eine zusätzliche Verpflichtung:...
Prinzipien haben sie an der Opéra national du Rhin. Eine Uraufführung pro Spielzeit soll es sein und mit ihr ein Beitrag zum «Musica»-Festival. Diesmal ging der Auftrag an Philippe Manoury, Jahrgang 1952. Er tat sich mit dem Librettisten Jean-Pierre Milovanoff zusammen. Heraus kam «La Nuit de Gutenberg», ein Werk, das in der Geschichte Straßburgs verankert ist....
