Immersion gescheitert
Eigentlich sollte die «Kacke», wie eine Presseagentur mit Feinsinn anmerkte, im nächsten Jahr so richtig «am Dampfen» sein. Denn dann wollte der amerikanische Rauschebart und Universalkünstler Paul McCarthy, bekannt durch seine Kapitalismuskritik sowie unter anderem durch seine (kapitalistisch grundierten) Pimmel- und Fäkal-Exzesse, den hippen Schwerpunkt für die Wiener Festwochen liefern.
Doch nun schmiss deren Intendant Tomas Zierhofer-Kin die Brocken hin, weil er «trotz vieler künstlerischer Erfolge und der gelungenen Bemühungen, ein für die Festwochen neues Publikum zu gewinnen, auf keine breitere Resonanz gestoßen» sei. Das klingt eher nach Trotz. Wenngleich er argumentieren könnte, dass die Auslastung sich gegenüber 2017 um etwa fünf auf 87,2 Prozent erhöhte. Freilich auch dank einer geringeren Zahl von Veranstaltungen. Die Besucherzahl ging von 128 630 im Vorjahr auf 101 044 zurück.
Zierhofer-Kin, zuvor mit dem alternativen «donaufestival» in Krems erfolgreich, war vor zwei Jahren vom damaligen Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny als Nachfolger von Markus Hinterhäuser (mit dem er u. a. den Salzburger «Zeitfluss» gestaltet hatte) geholt worden. Die Wiener Festwochen ...
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Opernwelt August 2018
Rubrik: Magazin, Seite 72
von Gerhard Persché
Der tschechische Komponist Alois Hába (1893-1973) gehört zu den oft genannten künstlerischen Experimentatoren des 20. Jahrhunderts. Sein Name ist mit der Entwicklung einer eigenwilligen Mikrotonalität, einer konsequenten Viertel- und Sechsteltonmusik verbunden. Sie eröffnete ihm, etwa zeitgleich mit Alexander Skrjabin, Arnold Schönberg und Josef Matthias Hauer,...
Aus der Bühnenschwärze heraus blinken tausende farbige Lichter. Eine Frau im Glitzeranzug tritt durch die zwei spitz zulaufenden LED-Wände. Sie bedient Computer; grüne Zahlenkolonnen hetzen über die Monitore. Sie ist die Herrin über die Algorithmen, über die Daten der Menschen.
Catrin Striebeck führt die Zuschauer dann als Sprecherin durch Strawinskys Kurzoper...
Schlag nach bei Shakespeare: «Better once than never, for never too late.» Dies sagt freilich nicht Othello, sondern Petruchio in «The Taming of the Shrew». Doch das Zitat zielt hier ohnehin nicht aufs Stück, sondern auf mögliche Überlegungen von Jonas Kaufmann, dem Debütanten in der Titelpartie von Verdis «Otello» in dieser Produktion an Covent Garden.
Einmal...
