Im Zeitlosen
«Die Frau ohne Schatten» ist gespickt mit Anspielungen und Motiven, mit Zitaten und Entlehnungen; sie lässt sich nicht wirklich inszenieren, ohne dass es an einigen Stellen gründlich hakt. Wer als Regisseur jeden Bezug, jedes Symbol mit einer Erklärung versehen möchte, ist schnell verloren.
Auf diesem Hintergrund verdient Guy Joostens Produktion für die Düsseldorfer Rheinoper reichlich Anerkennung. Da vergisst man schnell und gern, dass es mit den Gesten der Figuren, mit ihrer szenischen Kommunikation untereinander stellenweise etwas hapert.
Viel lieber folgt man Joostens Ansatz, der den märchenhaften Stoff nicht aktualisiert, sondern im Zeitlosen belässt und auf Allgemeinmenschliches abzielt: auf die Fähigkeiten zur Verwandlung und auf den Umgang mit dem Irrationalen. Joosten und sein Bühnenbildner Johannes Leiacker haben dafür eine räumlich stimmige Lösung gefunden, trefflich akzentuiert durch die ausgezeichnete Lichtregie von Manfred Voss. Auf einer Drehbühne befindet sich eine überdimensionale Treppe, deren oberer Teil die Geisterwelt des Kaisers darstellt, und in deren unterem Hohlraum Barak und seine Färbersfrau ihr Leben fristen – ein ziemlich simpler, aber wirkungsvoller ...
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