Im Schatten der Legenden
Mercadante ist ein seltener, aber doch regelmäßiger Gast auf unseren Spielplänen. Als vor zwei Jahren das Stadttheater Gießen an «Il giuramento» erinnerte, war in einem repräsentativen Feuilleton von «Kleinod» die Rede. Beim Label «Opera Rara» gibt es darüber hinaus Editionen wie «Mercadante rediscovered» oder «Soireés Italiennes». Seit Neuestem ist eine Szenenfolge aus «Maria Stuarda, Regina di Scozia» zu haben. Gleiches Verfahren bei Ferdinando Paers «Sofonisba», an welche «Opera Rara» schon mal im Rahmen eines Diana-Montague-Recitals erinnerte.
Jüngste Bühnenaufführungen von Paer-Werken wie «Camilla» (Parma 2000) oder «Leonora» (Winterthur 2000) wurden durchweg positiv aufgenommen.
Während Paer als Bindeglied zwischen Cimarosa und Rossini eingeschätzt wird, gilt Mercadante als jemand, der Verdi in vielem vorwegnimmt. «Maria Stuarda», seine fünfte Oper, zeigt Mercadante noch auf dem Weg zu sich selbst. Erst nach der Begegnung mit Meyerbeers «Robert le Diable» erfolgte ein «reformatorischer» Umschwung. «Maria Stuarda» gibt sich kompositorisch zwar ambitioniert, aber der Tonfall bleibt vielfach konventionell. Das Werk schildert die schottische Königin nicht à la Schiller, sondern ...
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