Im Focus der Opernwelt: März 2010
Filmemacher haben bislang meist versagt, wenn sie sich an der Oper versuchten. Der choreografische Blick dagegen hat immer wieder zu erstaunlichen Impulsen geführt. Bei Rameau, dessen Komödie «Les Paladins» Arila Siegert jetzt in Düsseldorf auf die Bühne brachte, gehört die Verschränkung der Medien ohnehin zur Sache selbst. In Wiesbaden profitierte Verdis burlesk-weiser «Falstaff» von der klaren Personenregie des Choreografen Christian Spuck. Und an der niederländischen Reisopera in Enschede setzte die Regisseurin Monique Wagemakers im «Ballo in maschera» auf Körpersprache.
Aber auch ein genuiner Opernmann wie John Dew kann aus stilisierten tableaux vivants Funken schlagen. Es liegt so nah und war doch eine grandiose Idee: Carl Orffs von ihm selbst verurteiltes Jugendstück «Gisei» mit seinem Spätwerk «De temporum fine comoedia» zu kombinieren. Das Staatstheater Darmstadt hat daraus einen wichtigen Abend gemacht. Choreografisch gedacht war auch vieles in der neuen Hamburger «Lucia di Lammermoor». Dass sie nicht funktionierte, hat andere Gründe. In Kopenhagen spielt man das große Venusberg-Ballett des «Tannhäuser», während Halle auf die Dresdner Fassung setzt (mit Bayreuths ...
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In Bologna führte uns Regisseur Gabriele Lavia eine Salome in Unschuldsweiß vor, mädchenhaft und zart. Wenn Jochanaan sie als «Tochter Babylons» und «Tochter Sodoms» beschimpft, klingt das hier wie die Tirade eines engstirnigen Apostels. Die Sopranistin Erika Sunnegårdh spielte die Rolle überzeugend, sie kann sich auf Zehenspitzen bewegen wie eine Ballerina und...
Frau Munitz, die Israeli Opera in Tel Aviv wurde vor einem Vierteljahrhundert gegründet. Wo steht das Haus heute, was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Als wir anfingen, standen wir am Nullpunkt. Es gab zwar schon vorher eine Company, aber die stellte 1982 den Betrieb ein. Dass es überhaupt zur Neugründung einer Oper kam, war vor allem dem ehemaligen...
Es las sich wie eine Verheißung: «Lucia di Lammermoor» ungekürzt, mit neu durchdachten Verzierungen; die Wahnsinnsszene nicht wie üblich als Duett zwischen Flöte und Sopran, sondern mit Glasharmonika (wie von Donizetti vorgesehen). Dazu eine Begegnung der überfälligen Art: Belcanto meets Regie. Und Ensemblegeist. Kein Bahnhof herumreisender Kehlkopfakrobaten, keine...
