«Ich mag eigentlich keine Tenöre»
Herr Bostridge, Sie haben sich intensiv mit den Werken beschäftigt, die Benjamin Britten für den Tenor Peter Pears geschrieben hat. Was erzählen sie über Brittens Beziehung zu Pears?
Sie erzählen mehr als genug über Leidenschaft, Schuld und Unbehagen. Man hört, finde ich, dass Britten sich anfangs mit seiner Sexualität nicht ganz wohlfühlte. Er hätte die «Michelangelo Sonnets» als Anlass für einen Zyklus von Liebesliedern nehmen können. Tat er aber nicht... Britten hat viel sehr gute Musik für Peter Pears geschrieben. Sie war sein Geschenk an ihn.
Und doch kann ich mich von der Vorstellung nicht trennen, dass diese Werke auch eine Beziehung am Leben erhalten sollten, die nicht frei von Schwierigkeiten war.
Welche Schwierigkeiten hatten Pears und Britten?
Nun, Pears war sehr eifersüchtig. Man merkt, wie Britten in vielen Rollen, die er für ihn schrieb, etwas gutmachen wollte an seinem Partner. Was auf eine komplizierte, vielleicht nicht untypische Beziehung zwischen zwei Künstlern hinweisen würde.
Britten war einer der ersten offen homosexuell lebenden Komponisten. Hatte das in Großbritannien nachteilige Auswirkungen?
Man kann sich das heute nicht mehr vorstellen. 1953 war der ...
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Opernwelt Jahrbuch 2013
Rubrik: Britten 100, Seite 82
von Kai Luehrs-Kaiser
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Herr Kosky, wo haben Sie denn Ihren Hund gelassen? Der ist doch eigentlich immer dabei, wenn Sie nicht gerade in einer Vorstellung sitzen oder eine Premiere haben?
In einer Hundepension in Amsterdam. Ich probe zur Zeit an der Nederlandse Opera Glucks «Armide».
Wie bitte? In einer Pension?
Ja, natürlich. Die gibt es in jeder Großstadt. Wenn ich mit dem Zug unterwegs...
