Humor und Eleganz
Ohne das Fernsehen wäre Philippe Jaroussky nicht Sänger geworden. Mit siebzehn Jahren, als er noch ganz der Geige, dem Klavier und der Komposition verschrieben war, sah er Ann Murray und hörte, wie sie «Scherza infida» aus Georg Friedrich Händels «Ariodante» sang. Jaroussky brach in Tränen aus und wollte fortan singen. Das hat er jetzt erzählt: in Halle, wo er den Händelpreis der Stadt, verliehen von der Stiftung Händel-Haus, bekam.
«Händel hat viel für Kastratenstimmen komponiert, doch ich bin – glücklicherweise – nur ein Countertenor», lautete eine weitere persönliche Bemerkung seiner launigen, auf Deutsch gehaltenen Dankesrede. Mit ihr antwortete er nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die herzliche Laudatio der Altistin und fabelhaften Dirigentin Nathalie Stutzmann, die ihn gemeinsam mit dem Orchester Orfeo 55 beim Festkonzert der Händel-Festspiele in Halle begleitet hatte. Stutzmanns Wachheit, Humor und Vielfalt im gestischen Vokabular des Dirigierens sind immens. Die gute Schule der finnischen Lehrerlegende Jorma Panula ist sofort zu sehen.
Diesen Humor und diese Frische hätte Stephen Lawless’ Inszenierung von Händels «Lucio Cornelio Silla» bei den Festspielen auch gut ...
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Opernwelt August 2015
Rubrik: Magazin, Seite 77
von Jan Brachmann
Wunderbar, wie in der Ouvertüre die Soloklarinette als jäh aufschießende Flamme die Allegro-Erregungen des Orchestertuttis durchbrach, an Klangmacht der impetuösesten Trompete nicht nachstehend und doch so viel verwandter einer transzendierten Menschenstimme. Auch die Hörnergruppe des Staatsorchesters, leicht aufgeraut und virtuos eloquent, hatte unter der...
Impressum
56. Jahrgang, Nr 8
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
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Best.-Nr. 752281
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Redaktionsschluss dieser Ausgabe
war der 10.07.2015
Redaktion
Wiebke Roloff
Albrecht Thiemann (V. i. S. d....
Über eine längere Weile hin verdämmert das Licht, und irgendwo im Off, in den Katakomben der Träume, spielt Elisabeth Leonskaja Schumanns «Geistervariationen» von 1854. Unter diesem Namen sind sie bekannt geworden, weil eine Engelserscheinung (oder aber jene Schuberts) das Thema vorgegeben haben soll. Es passiert im Theater an der Wien, gegen Ende des letzten...
