Hoiotoho
Dass im Sommer Wagner ganz oben auf der Agenda steht, hat an der Seattle Opera Tradition. Doch in diesem Jahr setzte Speight Jenkins, seit 1983 General Manager des Hauses, Strauss’ «Rosenkavalier» auf den Spielplan – aus finanziellen Gründen. Um die Wagnerianer unter der Stammkundschaft zu besänftigen, initiierte Jenkins den ersten internationalen Wagner Wettbewerb in Seattle. Insgesamt hatten sich dreiundsechzig Nachwuchskräfte beworben, von denen Jenkins dreiundvierzig in sechs verschiedenen Städten in Amerika und Europa begutachtete. Am 19.
August gaben schließlich acht Finalisten in den Kulissen des Stadtpalais’ des Herrn von Faninal einige Proben ihres Könnens, begleitet von Musikern der Seattle Symphony unter der Leitung von Asher Fisch. Ihnen winkten vier verschiedene Auszeichnungen: der Preis des Orchesters, der Publikumspreis sowie zwei mit je 15 000 Dollar dotierte Preise einer Fachjury, zu der Sir Peter Jonas, Wolfgang Wagners langjährige Assistentin Dorothea Glatt, die Mezzosopranistin Stephanie Blythe (Seattles Fricka), der Regisseur Stephen Wadsworth (er inszenierte den «Ring»-Zyklus in Seattle) und der Tenor und Regisseur Peter Kazaras angehörte (Letzterer ist ...
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An diesen Basler Start wird man noch eine Weile denken. Kaum dass die Aufführung von Sergej Prokofjews «Liebe zu den drei Orangen» fünf Minuten alt war, brach Armin Jordan an jenem Pult zusammen, an dem er von 1971 bis 1989 als Chef gewirkt hatte und jetzt nach siebzehn Jahren erstmals wieder erschienen war. Vier Tage nach diesem Saisoneröffnungsabend des neuen...
Offenbar geht es Hans Werner Henze, der den langen Weg vom Außenseiter und Abweichler zum Altmeister ausgeschritten ist, um die einzige Provokation, die heute noch bleibt: die der Schönheit. Mit seinem jüngsten Bühnenwerk – «L’Upupa und der Triumph der Sohnesliebe» – hat der längst in die Aura esoterischen Ruhms gehüllte Kunstfürst seine «Zauberflöte» geschaffen....
«Schnell fertig ist die Jugend mit dem Wort»: Giuseppe Bardari jedenfalls, Donizettis damals siebzehnjähriger Librettist, hat mit Schillers wortgewaltigem Drama «Maria Stuart» kurzen Prozess gemacht, das heißt, aus ihm so gut wie alle politischen Implikationen eliminiert und den Plot auf den Streit zweier Königinnen um einen relativ schwachen Mann reduziert, den...
