Harmonie der Welt?
Musik und Zahlen? Tonkunst und Mathematik? Nie und nimmer, mag der Musikliebhaber denken, hat die hoch verehrte Muse etwas mit der schnöden, emotionslosen Welt des Rechnens zu tun, abgesehen vielleicht davon, dass Kunst ja auch bezahlt werden will.
Ist es nicht geradezu ein Schlagwort in der Debatte um die Kulturförderung, dass Kunst sich eben nicht rechnet, sich allenfalls für die Gesellschaft rentiert? Keine Frage, in einer Zeit, in der die Leiter von Kulturbetrieben infolge permanenter Mittelkürzungen eigentlich nichts anderes mehr machen, als zu rechnen, mag das Thema Musik und Zahl unangenehme Assoziationen hervorrufen. Einerseits. Es gibt aber auch Zeitgenossen, die davon überzeugt sind, dass sich nachgerade alle Phänomene der menschlichen Anschauung und eben auch oder sogar gerade die Musik, mit Zahlen in Verbindung bringen lassen, ja sogar durch eine verborgene zahlenmäßige Ordnung bestimmt sind. Sie denken dabei an organische Zahlenproportionen wie den goldenen Schnitt, der sich in der Pflanzenwelt, aber, wie aus der berühmten Darstellung Leonardo da Vincis bekannt, auch am menschlichen Körper studieren lässt. Auch die Form von Kristallen oder die Laufbahn von ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Es händelt stark an der Rheinschiene: Der wunderbare «Saul» in der Regie Dietrich Hilsdorfs war gerade wieder in Bonn zu sehen, Bonn und Wiesbaden bringen in Kürze «Julius Cäsar» auf die Bühne – und Koblenz steuert eine szenische Version der «Susanna» bei. Kaum je wird das Oratorium von 1749 im Konzert aufgeführt, noch seltener ist es in szenischen Umsetzungen zu...
Maître Ponnelle hat’s vorgemacht. Er war der Weltmeister, ein global player im Vermarkten seiner Inszenierungsideen. Robert Carsen kann’s aber auch. Der kanadische Regisseur hatte Händels «Semele» 1996 für Aix-en-Provence konzipiert, die English National wie die Vlaamse Opera und Köln hingen koproduzierend dran. Jetzt folgte Zürich. Doch dort wurde ein ganz...
Da setzen zwei fränkische Theater fast zeitgleich Webers «Freischütz» auf den Spielplan, und beide Male fällt krankheitshalber der dafür engagierte Regisseur aus. Während in Würzburg als Einspringer Raik Knorscheidt mehr Zeit und zündende Einfälle hatte, um dem Konzept von Roland Velte (das dieser bereits 1994 in Halle realisiert hatte) den eigenen Stempel...
