Gott, allein zu Haus
Alceste, mon amour. Alceste, mio amore. Alkeste, meine Liebe. In welcher Sprache sie auch besungen wird: Wer an diese Frau denkt, muss unweigerlich ans «Fidelio»-Ende denken. Wer ein holdes Weib errungen, stimme in den Jubel ein. Bei Alkestis, der Königin, wie sie bei Euripides erscheint, ist es allerdings eher eine nach innen gewendete Freude, ein Sich-Verneigen vor dem, was sie tut. Alkestis geht in den Tod, um ein anderes Leben zu retten: das ihres Gatten Admetos. Der Fall ist singulär. Und er ist diametral zu sehen zur Causa Medea.
Medea, von ihrem Gatten verraten und betrogen, bringt ihre Kinder um. Alkestis bringt sich um, vor den Augen ihrer Kinder.
Ein mythischer Stoff mithin, der an- und aufregt, der Affekte, Assoziationen und Allusionen freilegt. Und in der Tat haben unzählige Dichter, Dramatiker und Komponisten sich der Geschichte angenommen. Wie viele es in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts allein in Frankreich waren, das erhellte der Vortrag von Herbert Schneider im Rahmen des dreitägigen Symposiums, das, wie schon vor drei Jahren, die Internationalen Gluck-Opern-Festspiele im Staatstheater Nürnberg flankierte, diesmal unter dem Thema «Gluck auf dem Theater». ...
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Drei verschiedene Höllen hat Puccini in seinem «Trittico» zu einem Inferno der Leidenschaften zusammengestellt, und alle sind sie tödlich: die Eifersuchtstragödie des «Mantels», das verpfuschte Leben der Nonne Angelica und die aus Dantes «Göttlicher Komödie» entlehnte Komödie um den raffgierigen Erbschleicher Gianni Schicchi, die als Auslöser des Tods des alten...
Längst nicht alle Quereinsteiger bringen der Oper die erhoffte Blutzufuhr. Von Philipp Stölzl ist sie indes mehr und mehr zu erwarten. Seine dritte Inszenierung – nach dem Meininger «Freischütz» und dem arg frühzeitigen Salzburger «Benvenuto Cellini» – nährt die Neugier aufs Kommende. Bildertheater – einstweilen sein Markenzeichen – ist auch dieser Gounod’sche...
Die Bewunderung seiner komponierenden Zeitgenossen war ihm sicher. Wer während der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts das Rad der Musikgeschichte weiterdrehte, lobte die Bühnenwerke des aus Florenz stammenden Wahl-Franzosen Luigi Cherubini über den grünen Klee. Brahms etwa erblickte in der 1797 uraufgeführten «Medée» gar «das Höchste in dramatischer Kunst». Weber...
